Kerzen und Blumen erinnern an die ermordete Journalistin Daphne Caruana Galizia. | Bildquelle: REUTERS

Nach Mord an Journalistin Malta setzt Millionen-Belohnung aus

Stand: 21.10.2017 19:56 Uhr

Sie war auch eine Kritikerin der Regierung Maltas: Am Montag starb die Investigativjournalistin Galizia durch eine Autobombe. Nun hat das Kabinett Muscat eine Million Euro für Hinweise zur Aufklärung des Mordes ausgesetzt.

Nach dem Mord an der Investigativreporterin Daphne Caruana Galizia hat die Regierung Maltas eine Million Euro für die Aufklärung des Anschlags ausgelobt. Die Journalistin war vergangene Woche durch eine Autobombe auf der Insel getötet worden.

Man sei entschlossen, den Mord aufzuklären und die Täter vor Gericht zu bringen, teilte die Regierung von Premier Joseph Muscat mit. Wer Informationen geben könne, die zur Identifizierung der Verantwortlichen des Anschlags auf die Journalistin führten, dem werde außerdem vollkommener Schutz geboten, hieß es in der Mitteilung weiter. Der Fall sei von außergewöhnlicher Wichtigkeit.

Zuletzt hatte Galizia zu den Panama Papers recherchiert, die Korruption in mehreren Ländern offenlegten, unter anderem über mutmaßliche Konten maltesischer Politiker in Steuerparadiesen. Dabei beschuldigte sie auch Mitarbeiter des Premiers, Übersee-Briefkastenfirmen zu betreiben. Auch Tage nach dem Anschlag gibt es offiziell keine heiße Spur, wer das Attentat verübt haben könnte.

Familie fordert Rücktritt Muscats

Nach Angaben der Familie hatte Premier Muscat bereits früher in dieser Woche um ihre Zustimmung gebeten. In ihrer Antwort darauf forderten die Angehörigen den Rücktritt Muscats, des Polizeichefs sowie des Generalstaatsanwalts, "denn dann bräuchte man keine Millionen-Belohnung und unsere Mutter wäre nicht umsonst gestorben".

Am Sonntag wollen in der Hauptstadt Valletta Tausende Menschen für eine rasche Aufklärung und gegen Korruption im politischen System demonstrieren. Weltweit wurde der Anschlag verurteilt. Kritiker werfen der Regierung in Valletta vor, dass das System von Korruption zerfressen sei. Auch habe die Mafia die Insel unterwandert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 21. Oktober 2017 um 14:00 Uhr.

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