Seitenueberschrift
Vor Geberkonferenz
IWF gewährt Mali Millionenkredit
Kurz vor der Geberkonferenz für Mali hat der Internationale Währungsfonds (IWF) dem Land einen Kredit von 18,4 Millionen Dollar (umgerechnet 13,6 Millionen Euro) gewährt. Der Kredit solle dem Land erlauben, sich von der Rezession zu erholen und die wirtschaftliche Stabilität wiederherzustellen, teilte der IWF mit. Der Leiter der IWF-Mission in Mali, Christian Josz, sagte, seine Organisation hoffe, dass andere Geber durch die Entscheidung ermutigt würden, ebenfalls Hilfen für Mali zuzusagen.
Nach dem Militärputsch im März 2012 hatten die internationalen Geber ihre Hilfen für Mali ausgesetzt. In Addis Abeba kommen heute afrikanische Staats- und Regierungschefs mit internationalen Delegierten zu einer Geberkonferenz für den Militäreinsatz in Mali zusammen. Auch Vertreter von UNO, EU, Frankreich, Großbritannien, den USA, Japan und Deutschland wollen teilnehmen. Dabei soll vor allem Geld zur Finanzierung der afrikanischen Militärmission MISMA eingeworben werden, die in Kürze die französische Eingreiftruppe in Mali ablösen soll.
Aktuelle Lage in Mali
ARD-Morgenmagazin, 29.01.2013, Ellis Fröder, WDR Paris
Die Afrikanische Union (AU) ist auf finanzielle sowie logistische Unterstützung angewiesen. Die westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS hatte die Entsendung von 5700 Soldaten nach Mali zugesagt, der Einsatz verzögerte sich aber bislang aus finanziellen und logistischen Gründen.
Großbritannien stellt Frankreich derweil weitere Unterstützung für die Militäroffensive in Mali in Aussicht. Ein Sprecher des britischen Premierministers David Cameron machte deutlich, die Hilfe beschränke sich auf Logistik, Transport, Geheimdienstinformationen und Überwachung. Ein Kampfeinsatz sei weiter nicht beabsichtigt.
Dritte Transall aus Deutschland
Auch Deutschland will die logistische Hilfe für den Kampf gegen die islamistischen Rebellen in Mali ausweiten. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte einen Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung", wonach ein drittes Transall-Transportflugzeug nach Mali geschickt werden soll. Die Maschine war von Anfang an eingeplant und soll nun als Reservemaschine dienen. Die Bundeswehr transportiert seit rund einer Woche mit zwei Transall-Flugzeugen afrikanische Soldaten nach Bamako.
Die USA planen offenbar eine Drohnenbasis in Nordwestafrika, um Gruppen des Terrornetzwerkes Al-Kaida sowie islamische Extremisten in der Region besser überwachen zu können. Zunächst sollten von dem Drohnenstützpunkt aber nur unbewaffnete Überwachungsmissionen starten, berichtete die Tageszeitung "New York Times". Zu den möglichen Standorten zählten Regierungsmitarbeiter dem Bericht zufolge das im Osten an Mali grenzende Niger sowie das südlich von Mali gelegene Burkina Faso. Die Drohnen könnten so schnell wie möglich die von Frankreich geführte Mission in Mali unterstützen. Weder das Pentagon noch das Weiße Haus oder die Regierung in Niger bestätigten bislang die Pläne.
"Wir sind dabei, die Schlacht zu gewinnen"
Nach Ansicht von Frankreichs Präsident, François Hollande, ist der Militäreinsatz in Mali ein voller Erfolg. "Wir sind dabei, die Schlacht zu gewinnen." Wenige Stunden zuvor waren französische und malische Truppen in der historischen Wüstenstadt Timbuktu einmarschiert. Dort fiel eine Bibliothek mit wertvollen historischen Manuskripten der Zerstörungswut von Islamisten zum Opfer. Über das Ausmaß der Zerstörung lagen zunächst keine Erkenntnisse vor, ebenso wie über den Zustand der von Islamisten zerstörten Mausoleen islamischer Gelehrter. Die Grabstätten gehören zum Weltkulturerbe der Unesco.
Stand: 29.01.2013 03:53 Uhr
