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Mali Timbuktu

Militäreinsatz in Mali

Timbuktu ist eingekreist

Die islamistischen Rebellen im Norden Malis verlieren weiter an Boden. Französische und malische Truppen rücken ins Zentrum der historischen Wüstenstadt Timbuktu vor. Widerstand der Islamisten soll es bislang nicht geben. Die Sorge ist aber groß, dass einige von ihnen die alliierten Truppen in Guerillakämpfe verwickeln. Nach Angaben von Bürgermeister Hallé zerstörten Rebellen erneut Kulturgüter. Eine Bibliothek mit wertvollen historischen Manuskripten sei in Brand gesetzt worden.

Von Alexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Rabat

Malis Übergangspräsident Dioncounda Traoré konnte es offenbar kaum abwarten: Über den Nachrichtendienst Twitter verkündete er schon am Morgen, Timbuktu sei befreit, die Stadt sei bereits unter der Kontrolle der alliierten Streitkräfte.

Französisches Kampfflugzeug vom Typ "Mirage"
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Französische Kampfjets bereiteten den Vormarsch der Bodentruppen vor.

Die französischen Militärs sind da noch etwas vorsichtiger. Fest steht: Die Truppen haben Timbuktu eingekreist, sie sichern die Zugangsstraßen und auch den Flughafen. Heute ist Timbuktu nicht die Stadt der 333 Heiligen, sondern die Stadt einer militärischen Vorentscheidung. "Wir müssen hier auf dem Rollfeld noch eine Menge Stacheldraht entfernen, damit unsere Flugzeuge landen können", sagt Hauptmann Konaté von der malischen Armee - sichtlich stolz, dass er und seine Männer die ersten in Timbuktu sind. Die Befreiung der historischen Wüstenstadt ist ein wichtiges Symbol im Kampf gegen die Islamisten. In Timbuktu gehören sie vor allem zu Al Kaida im Islamischen Maghreb.

Französische "Mirage"- und "Rafale"-Kampfjets hatten die Stellungen der Islamisten tagelang bombardiert. Es gab kaum Gegenwehr. Dann war der "Raid blindé" nachgerückt, der tage- und nächtelange Vormarsch der französischen und malischen Radpanzer. Nun haben die alliierten Truppen ihr Ziel erreicht, 1000 Kilometer nördlich von Bamako. Kein einziger Schuss soll bei der Einfahrt nach Timbuktu gefallen sein.

Truppen sichern sich Zugang zu Timbuktu
tagesschau 12:00 Uhr, 28.01.2013, Ellis Fröder, ARD Paris

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Sorge vor Minen und Guerillakämpfen

Jetzt soll die gleiche Strategie wie vorher in Gao angewandt werden: Malische und französische Spezialeinheiten sollen rein in die Stadt, aus der Luft helfen französische Kampfhubschrauber. Alles scheint nach Plan zu laufen.

Ein französischer Offizier macht sich Sorgen, denn der Kampf um Timbuktu geht in seine entscheidende Phase: "Ich fürchte, dass die Stadt vermint sein wird. Dass sich die Terroristen versteckt halten und uns in Kamikaze-Angriffe verwickeln, in einen Guerilla-Krieg. Ich habe Angst um meine Männer, und auch um die malischen Zivilisten, sie könnten als menschliche Schutzschilde missbraucht werden, zwischen die Fronten geraten." 

Timbuktu ist eingekreist
A. Göbel, ARD-Hörfunkstudio Rabat
28.01.2013 14:08 Uhr

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Timbuktus Bürgermeister Ousmane Hallé betet, dass alles gut geht - dass alles so läuft wie zuvor in Gao. Etwas anderes bleibt ihm nicht übrig. Er sitzt in Bamako und wartet darauf, bald nach Hause zurückzukehren. Und schon jetzt mahnt er seine Bürger zur Vernunft. Eindringlich warnt er vor Plünderungen, Selbstjustiz und Rache - zum Beispiel an unschuldigen Tuareg.

"Haltet euch zurück, bleibt friedlich"

Timbuktu müsse spätestens nach der militärischen Befreiung beweisen, dass es nun wieder die berühmte friedliche Oasenstadt sein wird, sagt Hallé. "Es darf nicht sein, dass die Franzosen kommen und uns befreien, während dann hier gleichzeitig die Plünderungen losgehen und alte Rechnungen mit Blut beglichen werden. Die französische Armee muss wissen, dass es richtig war, Timbuktu zu befreien - eine Stadt mit tapferen Menschen, die sich gegenseitig respektieren. Haltet euch zurück, bleibt friedlich. Kommt miteinander zurecht."

Karte Mali
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Gao und Timbuktu, einst im von Islamisten kontrollierten Gebiet, sind nun unter Kontrolle der französisch-malischen Truppen.

Stand: 28.01.2013 13:34 Uhr

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