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Mehr Soldaten für den Einsatz
Afrikas Staaten stocken Truppen für Mali auf
Die internationale Unterstützung für den Einsatz in Mali wird konkreter: Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS beschloss, ihr Truppenkontingent deutlich aufzustocken. Statt der ursprünglich vereinbarten 3300 Mann starken Eingreiftruppe sollen nunmehr bis zu 7700 Soldaten die malische Regierungsarmee unterstützen, teilten die führenden Militärs der ECOWAS bei einem Treffen in Abidjan in der Elfenbeinküste mit.
Bisher sind erst knapp 1750 Soldaten der westafrikanischen Nachbarn in Mali eingetroffen, um sich an der Mission "AFISMA" (African-led International Support Mission in Mali) zu beteiligen. Die meisten Soldaten haben mit je 550 die Länder Tschad und Niger bereitgestellt. Deutlich weniger kommen aus Togo (200), Nigeria (150), Burkina-Faso (150), Benin (85) und dem Senegal (50). Am kommenden Dienstag soll in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba eine Geberkonferenz stattfinden, um den Einsatz der AFISMA zu finanzieren.
USA helfen bei Betankung von Flugzeugen
Auch die USA konkretisierten ihre Hilfe: Das Verteidigungsministerium in Washington bot nach Angaben eines Sprechers an, französische Flugzeuge, die derzeit in Mali im Einsatz sind, in der Luft zu betanken. Mit der Bitte um Betankung war die französische Regierung auch an die Bundesregierung herangetreten. Deutschland verfügt aber nicht über ein zertifiziertes System für französische Flugzeuge.
Material aus Deutschland?
Möglicherweise wird auch der Beitrag Deutschlands größer: Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, Lastwagen, Uniformen und Stiefel für die Soldaten sollten bereitgestellt werden. Dies habe Bundeskanzlerin Angela Merkel dem französischen Präsidenten Francois Hollande in der vergangenen Woche zugesagt. An Waffenlieferungen sei derzeit aber nicht gedacht, da die afrikanischen Soldaten nicht entsprechend ausgebildet seien. Bislang beteiligt sich Deutschland mit zwei Transall-Transportmaschinen am Einsatz. Die Großraumflieger sollen ECOWAS-Soldaten in das Einsatzgebiet bringen.
Weder Deutschland noch andere EU-Mitgliedsstaaten planen derzeit, den französisch-afrikanischen Einsatz mit Kampftruppen zu unterstützen. Die EU will aber ab Mitte Februar bis zu 250 Militärausbilder schicken. Bis 2012 hatten bereits die USA malische Truppen für den Kampf gegen Islamisten ausgebildet. Viele dieser Soldaten, vor allem Tuareg, liefen jedoch anschließend zu den Separatisten im Norden über.
Gao unter Kontrolle
Malische und französische Truppen brachten derweil die strategisch wichtige Stadt Gao im Norden des Krisenlandes unter ihre Kontrolle. Die Stadt war im April 2012 zunächst in die Hände von Tuareg-Kämpfern gefallen und wurde seit Juni von islamistischen Rebellen beherrscht. Gao liegt etwa 1200 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako.
Französisches Militär erobert Stadt Gao
tagesthemen 23:20 Uhr, 26.01.2013
Gipfeltreffen der Afrikanischen Union in Äthiopien
Mali soll auch Thema werden beim heute beginnenden Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU). Die Staats- und Regierungschefs sollen festlegen, mit wie vielen Soldaten sie den Mali-Einsatz unterstützen. Die AU will überdies die UNO um vorübergehende logistische Unterstützung bitten, um die Truppen möglichst schnell in Mali einzusetzen.
Krise in Mali im Mittelpunkt des AU-Gipfels
B. Rühl, ARD-Hörfunkstudio Nairobi
26.01.2013 23:09 Uhr
Stand: 27.01.2013 09:27 Uhr
