Krieg in Mali Regierungstruppen erobern wichtige Städte zurück

Stand: 21.01.2013 15:16 Uhr

Die malische Armee hat mit Unterstützung französischer Truppen offenbar zwei wichtige Städte im Zentrum des Landes aus der Hand von islamistischen Rebellen zurückerobert. Sie hätten die Städte Diabali und Douentza unter ihrer Kontrolle, erklärte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian. Die Rückeroberung sei ein "sicherer militärischer Erfolg". Auch die Nachrichtenagentur dpa bestätigt unter Berufung auf Augenzeugen, dass die Rebellen aus Diabali zurückgedrängt wurden.

Zuvor hatte sich Frankreich in einer groß angelegten Boden- und Luftoffensive mit rund 200 Soldaten und mehreren Hubschraubern den Weg nach Diabali freigekämpft, berichtet die Agentur AP.

Französische Soldaten in der Stadt Diabali im Zentrum des Landes. | Bildquelle: AFP
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Französische Soldaten in der Stadt Diabali.

Karte Mali
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Der Norden Malis ist nach wie vor in der Hand islamistischer Milizen.

In Konna an der Grenze zu Burkina Faso kehrt unterdessen eine Art Normalität sein. Der Ort in der Landesmitte war seit dem Beginn der Militäroffensive stark umkämpft. Ende vergangener Woche hatten Regierungsverbände ihn aber mit massiver französischer Unterstützung unter ihre Kontrolle gebracht.

EU will Unterstützer-Konferenz ausrichten

Die Europäische Union will in zwei Wochen eine internationale Unterstützer-Konferenz für das westafrikanische Land ausrichten. Das Treffen in Brüssel solle am 5. Februar stattfinden und gemeinsam mit der Afrikanischen Union, der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS und den Vereinten Nationen organisiert werden, kündigte der Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton an.

Die Staatengemeinschaft ECOWAS hatte auf einem Gipfeltreffen beschlossen, eine bis zu 5000 Mann starke Eingreiftruppe nach Mali entsenden. Sie soll malische und französische Soldaten dabei unterstützen, den von Islamisten kontrollierten Norden des westafrikanischen Landes zurückzuerobern. Derzeit sind bereits 2150 französische Soldaten in dem Land im Einsatz, ihre Zahl soll weiter ansteigen.

EU-Organisationszentrale soll Hilfsangebote koordinieren

Um die internationalen Angebote zur Unterstützung des ECOWAS-Einsatzes zu koordinieren, nahm in Brüssel eine EU-Organisationszentrale die Arbeit auf, sagte der Sprecher Ashtons. Dort sollen die Bedürfnisse und die Hilfsangebote für den Einsatz gesammelt und abgestimmt werden. Dabei gehe es vor allem um logistische Unterstützung.

Deutschland hat dafür zwei Transportmaschinen vom Typ Transall in die malische Hauptstadt Bamako verlegt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums transportierten die Maschinen bereits erste ECOWAS-Einheiten zur Unterstützung der malischen Armee.

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