Malische Soldaten stehen vor einer deutschen Transall-Maschine auf dem malischen Flughafen in Bamako. (Bildquelle: REUTERS)

Krieg in Mali Deutsche Transall als afrikanischer Pendelbus

Stand: 20.01.2013 05:00 Uhr

Mit dem Rückzug der Islamisten aus der strategisch wichtigen Stadt Diabali ist der malischen Armee ein neuer Etappenerfolg gelungen. Doch der Einsatz geht weiter, nun treffen auch Soldaten aus den Nachbarländern zur Unterstützung in Mali ein. Und auch die erste deutsche Transall-Maschine ist gelandet.

Von Marc Dugge, ARD-Hörfunkstudio Rabat, zurzeit in Mali

Jetzt sind auch die Deutschen mit dabei. Am Samstag, um 17.23 Uhr Ortszeit, landet die erste der beiden Transall-Maschinen der Bundeswehr. Sie wird in den kommenden Wochen zu einer Art afrikanischem Pendelbus.

Der Kommandoführer, der lieber anonym bleiben will, sagt: "Konkret werden wir in den nächsten vier Wochen plus X bis zu 3300 Soldaten der ECOWAS aus den verschiedenen ECOWAS-Staaten hier nach Bamako shutteln. Ich denke, die größte Herausforderung wird die Organisation sein - die Frage, wen wir wann von wo nach wo fliegen."

Nigerianer stellen Großteil der Truppe

Die ersten Kontingente sind schon da. Eines davon steht nur ein paar Meter von der deutschen Transall entfernt. Mehrere Dutzend Soldaten aus Nigeria verladen Lebensmittel aus ihrer Transportmaschine auf einen Lkw - darunter Reissäcke und Wasserflaschen.

Nigeria hat die bedeutendste Armee der Region, sie stellt mit 900 Mann einen Großteil der Truppe. Aber sie hat nicht nur Männer anzubieten, sondern auch Know How, so der nigerianische Kommandoführer: "Wir haben es in Nigeria mit der Gruppe Boko Haram zu tun, also mit Terrorismus. Die nigerianische Armee hat hier viel Erfahrung, für die Terrorbekämpfung bekommen die Soldaten eine spezielle Ausbildung."

Auch die ersten Soldaten aus Benin sind da - und rund 40 singende Männer aus Togo: "Wenn es sein muss, werden wir in den Kampf ziehen" - "Für Togo, für Mali, wir sind bereit, wir sind bereit", heißt es in dem Marschlied.

Schleppende Vorbereitung der ECOWAS-Truppe

Von der ECOWAS-Truppe kann man das nicht sagen. Das Hauptquartier in Bamako ist noch nicht eingerichtet, die meisten Soldaten noch immer in ihren Heimatländern. Dabei soll der Einsatz schon in sechs Tagen losgehen.

Deswegen macht nicht nur Frankreich Druck, sondern auch die ECOWAS selbst. Deren Staats- und Regierungschefs tagten Samstag in Abidschan in der Elfenbeinküste. Sie appellierten an die Vereinten Nationen, möglichst schnell finanzielle und logistische Hilfe zu leisten.

Der Präsident der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, betonte: "Es ist Zeit für ein größeres Engagement der Großmächte, von mehr Staaten und Militärorganisationen. Wir brauchen mehr Solidarität mit Frankreich und Afrika im totalen und vielschichtigen Krieg gegen den Terrorismus in Mali."

Und dieser Krieg geht weiter. Die umkämpften Städte Konna und Diabali wurden nach Armeeangaben befreit. In Gao im Norden des Landes wurde ein lokaler Islamistenchef von einer wütenden Menschenmenge gelyncht. Sie wollte sich an ihm rächen für den Tod des lokalen Journalisten Kader Touré. Die Islamisten hatten ihm vorgeworfen, für den Feind zu arbeiten und ihn zu Tode geprügelt.

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