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Flugzeug: Mirage F1 CR

Militäreinsatz gegen Islamisten

Menschen in Mali setzen auf Frankreich

Frankreichs Luftschläge in Mali gehen unvermindert weiter. Viele sind froh über die Angriffe auf die Islamisten, die den Norden ihres Landes besetzt haben. Paris will weitere Soldaten schicken. Inzwischen sind nach UN-Angaben fast 150.000 Malier vor den Kämpfen geflohen.

Von Alexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Rabat, zzt. Bamako

Bei den Straßenhändlern in Malis Hauptstadt Bamako gibt es einen neuen Verkaufsschlager: Französische Fahnen - bleu, blanc, rouge - gehen weg wie geschnittenes Brot.

Überschwänglich danken viele Menschen den "Soldaten von Francois Hollande", wie die französischen Truppen in Mali nur noch genannt werden: Besonders die Bombardements der letzten Tage haben den Islamisten von Ansar Dine, Mujao und Al Kaida schwere Verluste zugefügt.

Französische Luftschläge gegen Islamisten gehen weiter
A. Göbel, ARD Rabat
15.01.2013 17:12 Uhr

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Luftschläge gehen unvermindert weiter

Und die Luftschläge gehen unvermindert weiter. Bei Angriffen französischer Kampfjets auf die Stadt Diabali wurden nach malischen Angaben mehrere Islamisten getötet. Augenzeugenberichten zufolge haben ganze Fahrzeugkolonnen der Islamisten daraufhin fluchtartig Diabali verlassen.

Strategisch gesehen ist die kleine Stadt von großer Bedeutung, denn sie liegt nur 400 Kilometer nordwestlich von Bamako. Dort, in der malischen Hauptstadt, ist inzwischen ein Konvoi von 40 französischen Panzerfahrzeugen eingetroffen - sie gehören zur so genannten Licorne-Einheit und waren bislang im Nachbarland Elfenbeinküste stationiert.

Frankreich rüstet weiter auf

Französische Flaggen sind in Bamako im Angebot der Händler.
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Französische Flaggen entwickeln sich in Bamako zu einem gut verkäuflichen Handelsgut.

Eines steht fest: Frankreich rüstet in Mali offensichtlich weiter auf, die Zahl der Truppen soll nach Angaben des Außenministeriums von derzeit 750 auf bis zu 2500 erhöht werden, denn noch muss die ehemalige Kolonialmacht auf Verstärkung warten. Frankreichs Präsident Hollande schätzt, dass es noch mindestens eine gute Woche dauern wird, bis die Soldaten der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS vollständig in Mali angekommen und einsatzfähig sind.

Die Generalstabschefs mehrerer westafrikanischer Staaten kamen in Bamako zusammen, um über den geplanten ECOWAS-Militäreinsatz zu beraten. 3300 afrikanische Soldaten sollen der malischen Armee und Frankreich am Boden helfen, um die Islamisten zu verjagen.

Frankreich will Truppen in Mali massiv verstärken
tagesthemen 22:15 Uhr, 15.01.2013, Swantje von Massenbach, ARD Paris

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Nigeria kündigt Entsendung von Soldaten binnen 24 Stunden an

Die Regierung in Abuja kündigte an, die ersten nigerianischen Soldaten würden innerhalb von 24 Stunden nach Mali entsandt. Militärexperten sehen es als entscheidend an, wie gut diese afrikanischen Truppen für den Kampf gegen die Islamisten in der Wüste vorbereitet sind. Hinter vorgehaltener Hand heißt es in Bamako, es gebe massive organisatorische Probleme. Ein nigerianischer Regierungsbeamter sprach in Bamako von einem "heillosen Durcheinander".

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind fast 150.000 Malier vor den Kämpfen geflohen, mehr als eine Viertelmillion irren als Binnenvertriebene durchs Land oder suchen in Flüchtlingslagern Schutz.

Stars der Weltmusikszene arbeiten an Friedens-Songs

Amadou und Mariam bei ihrem Konzert in Berlin im November 2012
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Amadou und Mariam bei ihrem Konzert in Berlin im November 2012

Um die unschuldigen Opfer des Krieges machen sich auch Amadou und Mariam große Sorgen. Das blinde Musikerpaar gehört zu den ganz großen Stars der Weltmusikszene - und verfolgt den Militäreinsatz zu Hause in Bamako. "Ja, die Menschen wurden wegen der islamistischen Bedrohung langsam panisch, und wir sind froh, dass diese Gotteskrieger nun bekämpft werden", sagt Amadou. "Das ist eine gute Sache, aber wir sind sehr beunruhigt", ergänzt Mariam.

Derzeit arbeiten die beiden an Friedens-Songs. Noch klingen sie sehr zaghaft und verhalten - als wüssten die beiden Musiker, dass von Frieden derzeit in Mali noch keine Rede sein kann.

Die UN-Resolution 2085

Die Resolution 2085 wurde am 20. Dezember 2012 vom UN-Sicherheitsrat einstimmig verabschiedet. Sie sieht den Ausbau der afrikanisch geführten Unterstützungsmission in Mali - kurz AFISMA - vor. Die Leitung sollen die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) und die Afrikanische Union (AU) übernehmen. Die Mission sieht vor, in Absprache vor allem mit der Europäischen Union die malischen Streit- und Sicherheitskräfte zu stärken und die politische Stabilität des Landes zu sichern. Dazu wird die Mission ermächtigt, "alle notwendigen Mittel" zu ergreifen - also auch den Einsatz von Soldaten.

Der Sicherheitsrat stellt dafür allerdings Vorbedingungen. So müsse die Übergangsregierung in Bamako unter anderem politische Gespräche aufnehmen, "um die verfassungsmäßige Ordnung vollständig wiederherzustellen". Noch vor April 2013 werden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen gefordert. Parallel sollen vor allem die Staaten der Region helfen, die malische Armee auszubilden.

Karte Mali
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Insbesondere die Regionen um Kidal, Gao, Timbuktu und Diabali sind aktuell Ziele der französischen Luftwaffe. Nach UN-Angaben sind wegen des Konflikts in Mali etwa 150.000 Menschen ins Ausland geflohen. Zudem gebe es 230.000 Vertriebene im Land selbst.

Stand: 15.01.2013 18:19 Uhr

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