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Französische Soldaten in Bamako

Militäreinsatz gegen Islamisten in Mali

Paris will noch mehr Truppen schicken

Derzeit unterstützen 750 französische Soldaten die Regierungstruppen in Mali im Kampf gegen die Islamisten. Doch Präsident Hollande kündigte Verstärkung an. Von bis zu 2600 Einsatzkräften ist die Rede. Möglichst schnell solle die Mission an afrikanische Einheiten übergeben werden.

Von Alexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Rabat

Im Norden Malis - in der Region Gao, Kidal und Timbuktu - haben sich die Islamisten nach Bombardements durch französische Kampfjets vorerst zurückgezogen. Mehr als 100 Dschihadisten sollen getötet worden sein.

Mit Sorge verfolgen die Menschen die Ereignisse. Besonders diejenigen, die sich vor den Islamisten aus dem Norden in den Süden haben retten können - nach Bamako, in die Hauptstadt Malis.

Noch mehr Truppen aus Frankreich
A. Göbel, ARD Rabat
15.01.2013 13:14 Uhr

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Junus Jatara war vor einem halben Jahr aus Timbuktu geflohen: "Ich habe noch mein Kind dort oben im Norden. Meine ganze Familie, Onkel und Tanten, wir alle machen nachts kein Auge zu. Meine Familie hat keine Ruhe. Sie weiß nicht, ob sie durch Luftangriffe nicht selbst gefährdet ist."

Französische Soldaten entladen Munitionskisten aus einem Flugzeug
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Französische Soldaten entladen in Bamako ein Transportflugzeug.

Doch weil die Islamisten bislang nur zurückgedrängt und noch lange nicht vertrieben sind, ist auch Junus Jatara klar, der Einsatz der französischen Jagdbomber muss weitergehen. Jüngst flogen sie Angriffe auf die Stadt Diabali. Der Ort, nur rund 400 Kilometer nordwestlich von Bamako, war gestern den Islamisten in die Hände gefallen.

UN-Sicherheitsrat stützt Frankreichs Einsatz

In der vergangenen Nacht hat sich Frankreich im Weltsicherheitsrat Rückendeckung für sein Vorpreschen in Mali geholt. Es gab breite Zustimmung zum Einsatz gegen die Islamisten im Sinne der UN-Resolution 2085. Nun will Frankreich seine Truppen in Mali verstärken. Die Zahl von derzeit 750 Soldaten solle erhöht werden, sagte Präsident François Hollande am Rande eines Besuchs in Abu Dhabi.

Aus dem französischen Verteidigungsministerium hieß es, insgesamt würden bis zu 2600 französische Soldaten für den Kampf gegen die Islamisten in Mali erwartet. Eine Einheit mit 40 französischen Panzern aus der Elfenbeinküste hat am Morgen Bamako erreicht.

Dennoch betont Außenminister Laurent Fabius, Frankreich wolle nicht allein bleiben: "Schon vor Weihnachten hatten ja die Afrikanischen Union, die westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS und die Europäische Union entschieden, eine afrikanisch geführte, internationale Mission auf die Beine zu stellen. Frankreich operiert auf dieser Basis."

Frankreich rüstet sich immer stärker für Angriffe auf Rebellen
tagesschau 17:00 Uhr, 15.01.2013, Ellis Fröder, ARD Paris

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Schneller Einsatz wirbelt Truppenplan durcheinander

Die Stabschefs der afrikanischen Armeen beraten derzeit in Bamako, doch der Zeitplan für die Truppenverlegung nach Mali wurde durch den schnellen Einsatz Frankreichs ordentlich durcheinander gewirbelt. Bis zum geplanten Einsatz von ECOWAS-Soldaten könnte es nach Ansicht von Frankreichs Präsident noch "eine gute Woche" dauern. Länder wie Niger, Burkina Faso, Senegal, Togo, Nigeria und Benin wollen die malische Regierung mit einer rund 3300 Mann starken Kampftruppe gegen die islamistischen Aufständischen im Land unterstützen.

Auch Deutschland hat Hilfe zugesagt. Am wahrscheinlichsten dürfte die Entsendung von Transall-Transportmaschinen sein. Zudem ist Berlin weiter bereit, Militärausbilder nach Mali zu schicken.

Noch in dieser Woche wollen die EU-Außenminister über die MISMA, die Internationale Mission zur Unterstützung Malis, beraten. Am Mittwoch kommt der ECOWAS-Vorsitzende Alassane Ouattara zu Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin.

Die UN-Resolution 2085

Die Resolution 2085 wurde am 20. Dezember 2012 vom UN-Sicherheitsrat einstimmig verabschiedet. Sie sieht den Ausbau der afrikanisch geführten Unterstützungsmission in Mali - kurz AFISMA - vor. Die Leitung sollen die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) und die Afrikanische Union (AU) übernehmen. Die Mission sieht vor, in Absprache vor allem mit der Europäischen Union die malischen Streit- und Sicherheitskräfte zu stärken und die politische Stabilität des Landes zu sichern. Dazu wird die Mission ermächtigt, "alle notwendigen Mittel" zu ergreifen - also auch den Einsatz von Soldaten.

Der Sicherheitsrat stellt dafür allerdings Vorbedingungen. So müsse die Übergangsregierung in Bamako unter anderem politische Gespräche aufnehmen, "um die verfassungsmäßige Ordnung vollständig wiederherzustellen". Noch vor April 2013 werden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen gefordert. Parallel sollen vor allem die Staaten der Region helfen, die malische Armee auszubilden.

Karte Mali
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Insbesondere die Regionen um Kidal, Gao, Timbuktu und Diabali sind aktuell Ziele der französischen Luftwaffe. Nach UN-Angaben sind wegen des Konflikts in Mali etwa 150.000 Menschen ins Ausland geflohen. Zudem gebe es 230.000 Vertriebene im Land selbst.

Stand: 15.01.2013 14:05 Uhr

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