Seitenueberschrift
Kampfeinsatz gegen Islamisten
UN-Sicherheitsrat stützt Frankreich in Mali
Der UN-Sicherheitsrat hat den Militäreinsatz Frankreichs gegen islamistische Rebellen in Nord-Mali gutgeheißen. Frankreichs UN-Botschafter Gérard Araud sagte nach einer Sondersitzung des mächtigsten UN-Gremiums: "Alle Mitglieder haben ihre Unterstützung für die französische Position ausgedrückt." Alle hätten zudem anerkannt, dass sich Frankreich mit dem Einsatz auf dem Boden des Völkerrechts bewege. Auch Russland hätte Paris gelobt, weil die Regierung genau im Sinne der UN-Resolutionen handele.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte die französische Intervention in Mali. Ban hoffe, dass der Einsatz die jüngste Offensive der Terroristen stoppe, teilte sein Büro mit.
Westerwelle sichert Paris deutsche Hilfe zu
Auch der deutsche Außenminister Guido Westerwelle stellte sich hinter die Kampfmission der Franzosen und sicherte seinem Amtskollegen Laurent Fabius in den tagesthemen die Unterstützung Deutschlands zu: "Nicht durch Kampftruppen, aber durch logistische medizinische humanitäre oder politische Hilfe." Wie genau eine logistische Unterstützung aussehen könnte, wollte Westerwelle nicht genauer benennen.
Guido Westerwelle (Bundesaußenminister) zur deutschen Beteiligung in Mali
tagesthemen 22:15 Uhr, 14.01.2013
Ausbilder aus Europa, Geheimdienst-Akten aus Amerika?
Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton teilte mit, die Außenminister der Europäischen Union würden noch in dieser Woche bei einer Sondersitzung in Brüssel über die Lage in Mali beraten. Dabei solle "die rasche Entsendung" von rund 200 EU-Militärausbildern nach Mali besprochen werden. Einen konkreten Termin nannte Ashton nicht. An einem Kampfeinsatz werde sich die EU nicht beteiligen.
Die USA wollen Paris nach den Worten von Verteidigungsminister Leon Panetta "begrenzte logistische Unterstützung" zukommen lassen. Außerdem könne man mit Geheimdienst-Informationen helfen, sagte Panetta - allerdings ohne konkretere Hinweise zu liefern. US-Medien hatten zudem berichtet, die USA hätten auch den Einsatz von unbemannten Drohnen angeboten.
Französische Streitkräfte nehmen Rebellen unter Dauerbeschuss
ARD-Morgenmagazin, 15.01.2013, Shafagh Laghai, ARD Nairobi
Humanitäre Notlage weitet sich aus
Laut UNO sind wegen der jüngsten Kämpfe rund 30.000 Menschen auf der Flucht. "Allein in den vergangenen Tagen zählten wir 9400 Flüchtlinge, die in unsere Projektgebiete in den Süden geflohen sind", teilte ein Sprecher vom Hilfswerk World Vision in Mali mit.
Mancher Ort gleiche einer "Geisterstadt", berichtete die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen". Immer mehr Flüchtlinge suchten in Mauretanien Zuflucht. Viele kämen zu Fuß über die Grenze.
Französische Soldaten kämpfen seit Freitag an der Seite malischer Truppen, um den Vormarsch islamistischer Rebellen, die weite Teile des Nordens kontrollieren, in den Süden des Landes zu stoppen. Mehr als 100 Islamisten sollen bei Luftangriffen durch das französische Militär getötet worden sein. Doch die Dschihadisten setzen sich zur Wehr und konnten den Ort Diabali zunächst erobern.
UN-Sicherheitsrat begrüßt Frankreichs Militäreinsatz in Mali
tagesschau 11:00 Uhr, 15.01.2013, Markus Schmidt, ARD New York
Paris kündigte die Verlegung weiterer Kampfflugzeuge vom Typ "Rafale" nach Mali an. Ziel sei, einer malisch-afrikanischen Kampftruppe den Weg zur Rückeroberung des gesamten Landes zu ebnen, sagte Verteidigungsminister Le Drian.
Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas will eine rund 3300 Mann starke Kampftruppe auf die Beine stellen. Der UN-Sicherheitsrat hatte den Ecowas-Militäreinsatz am 20. Dezember einstimmig gebilligt.
Mehr als 100 Islamisten getötet
A. öbel, ARD Rabat
15.01.2013 01:04 Uhr
Islamisten drohen Frankreich mit Vergeltung
Der Sprecher der Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika (MUJAO), Abou Dardar, drohte Frankreich mit Vergeltung für die Intervention. "Wir werden Frankreich ins Herz treffen - überall, in Bamako, in Afrika und in Europa." Die Drohungen stießen in Paris nicht auf taube Ohren: Als Reaktion auf den Einsatz in Mali sei mit Anschlägen zu rechnen - in Frankreich wie im Ausland, erklärte Innenminister Manuel Valls.
Stand: 15.01.2013 01:23 Uhr
