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Gegenoffensive in Mali
Frankreich stoppt Islamisten bislang nicht
Die islamistischen Rebellen in Mali haben nach dreitägigen französischen Luftangriffen eine Gegenoffensive gestartet. Nach schweren Kämpfen und trotz des Widerstand der malischen Armee hätten die Islamisten die Stadt Diabali erobert, bestätigte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian. Die malische Armee habe die Stadt, die rund 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bamako liegt, zwar verteidigt, sei an diesem Punkt aber unzureichend ausgerüstet gewesen, sagte Le Drian. "Wir wussten, dass es eine Gegenoffensive in Richtung Westen geben würde", räumte er ein.
Schwere Angriffe auf Rebellen-Hochburgen
Frankreich hatte sich am Freitag in den militärischen Konflikt in dem westafrikanischen Land eingeschaltet und unterstützt seitdem die malische Armee. Die Luftwaffe flog schwere Angriffe auf die Rebellen-Hochburgen Gao und Kidal im Norden und Osten des Landes. Einwohnern von Gao zufolge wurden dort allein mehr als 60 Kämpfer getötet. Noch am Wochenende hatte der französische Verteidigungsminister versichert, insgesamt entwickle sich die Situation günstig. Die Islamisten hätten im Osten die Stadt Konna aufgegeben. Als Ziel nannte die Regierung in Paris, den Vormarsch der islamistischen Gruppierungen aus dem Norden Malis in Richtung Bamako zu stoppen.
Frankreich greift in Mali-Konflikt ein
tagesschau 14:00 Uhr, 14.01.2013, Ellis Fröder, ARD Paris
Experten befürchten, dass die Rebellen ihre Stellungen im Norden als Ausgangsbasis für Angriffe auf den Westen sowie für die Zusammenarbeit mit Al-Kaida im Jemen, in Somalia und in Nordafrika nutzen.
Islamisten drohen Frankreich mit Vergeltung
Der Sprecher der Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika (MUJAO), Abou Dardar, drohte Frankreich mit Vergeltung für die Intervention. "Wir werden Frankreich ins Herz treffen - überall, in Bamako, in Afrika und in Europa." In Frankreich wurden aus Furcht vor Anschlägen islamistischer Gruppen die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.
NATO befürwortet französischen Kampfeinsatz
Die NATO begrüßte den französischen Militäreinsatz, plant aber keine Unterstützung der Mission. Frankreich habe schnell gehandelt, um die Offensive der terroristischen Gruppen in Mali zurückzudrängen, sagte NATO-Sprecherin Oana Lungescu. "Wir hoffen, dass diese Anstrengungen helfen, die Rechtsstaatlichkeit in Mali wieder herzustellen."
Auch die EU schließt eine Beteiligung an den Kampfhandlungen aus. Allerdings solle die Entsendung von Ausbildern für die malischen Streitkräfte beschleunigt werden, sagte ein EU-Sprecher.
Frankreich berief eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats ein, auf der am Abend die aktuelle Lage erörtert werden soll. Die chinesische Regierung reagierte zurückhaltend auf den Militäreinsatz Frankreichs. Peking sei für die rasche Stationierung einer internationalen Mission, sagte ein Außenamtssprecher. Paris möchte die Entsendung von 3300 Soldaten der Westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS beschleunigen. Der UN-Sicherheitsrat hatte ihre Entsendung im Dezember grundsätzlich gebilligt, ein Einsatz wird aber erst für September erwartet.
Stand: 14.01.2013 15:31 Uhr
