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Gelähmte Regierung kämpft gegen Islamisten

Mali sucht seinen Retter

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel hat in Mali eine politische Lösung der Krise ohne Einbindung von Putschisten und Al-Kaida-Terroristen gefordert. Ungeachtet dessen verhandeln Diplomaten mit einer Islamistengruppe. Im Norden des Landes wollen Islamisten ihre strikten Gesetze einführen, zudem hat das Land keine handlungsfähige Regierung.

Von Hendrik Buhrs, ARD-Hörfunkstudio Nordwestafrika

Azawad, Staat der Tuareg
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Der Norden Malis ist von Islamisten und Tuareg besetzt.

"Dringend - Mali sucht einen Retter!" Diese Schlagzeile der privaten Tageszeitung "Info Matin" aus Bamako spricht vielen Menschen im Land aus der Seele. Zu verworren scheint die Lage. Aus dem von Islamisten kontrollierten Norden kommen - wenn überhaupt - schlechte Nachrichten. Und im Süden bringen die Politiker von Übergangsregierung und Opposition bisher nicht viel Greifbares zustande.

Hoffnung auf Verhandlungslösung

Indessen bemüht sich das Nachbarland Burkina Faso zu vermitteln. Außenminister Dschibril Bassolé flog am Dienstag ins Islamistengebiet und traf sich dort mit dem Anführer von Ansar Dine, Iyad Ag Ghali, eine der Bewegungen, die in Mali den Gesetzeskatalog der Scharia einführen wollen. Nach dem streng geheim vorbereiteten Besuch zog die burkinische Diplomatie ein positives Fazit, zumindest seien die Islamisten zum Dialog bereit.

Burkina Fasos Finanzminister Lucien Bembamba sprach nach der Mission seines Kabinettskollegen davon, dass die Einheit des Landes gewahrt bleiben müsse: "Zu einer dauerhaften Lösung der Krise in Mali gehört es auch, mit den verschiedenen Gruppen zu reden, die den Norden besetzt halten, ein Austausch, um den Frieden zu erreichen."

Jugend steht gegen Islamisten auf

Rebellen der Islamistengruppe Ansar Dine
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Islamisten wollen in Mali die Scharia einführen.

Anfang dieser Woche konnte in der Provinzstadt Gao nicht die Rede von Gesprächsbereitschaft sein. Die dort herrschende Mudschao-Miliz schickte sich an, einem verurteilten Dieb die Hand abzuhacken. Dagegen regte sich aber Widerstand: Die Jugendlichen der Stadt protestierten auf der Straße und konnten die drakonische, angeblich gottgewollte Strafe verhindern.

"Ich begrüße den Eifer, den Mut und den Patriotismus der jungen Leute von Gao", sagt Sadou Harouna Diallo, der Bürgermeister der Stadt. Er sitzt, von den Islamisten vertrieben, machtlos in der fernen Hauptstadt. "Glückwunsch! Möge die Jugend weiter Widerstand leisten!"

Entwicklungsminister Niebel trifft zu Gesprächen in Bamako ein
tagesthemen 22:15 Uhr, 09.08.2012, Birgit Virnich, ARD Nairobi

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Armee soll Rebellen bekämpfen

Gaos Bürgermeister sieht im Gespräch mit dem französischen Sender RFI die malische Armee in der Schlüsselposition, das Land wieder zu einen. Gebt ihnen Waffen, dann ist Gao binnen drei Tagen wieder befreit, sagt er, so zahlreich seien die Islamisten nicht. Internationale Beobachter sind da skeptischer, warnen vor einem zermürbenden Wüstenkrieg, wenn es zu einer schlecht vorbereiteten Eskalation kommen sollte.

Die Lebensmittel werden knapp

Ein Lastwagen mit Hilfsgütern erreicht die Stadt Gao
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In Gao werden Hilfsgüter an die Bevölkerung ausgegeben.

In Bamako treffen sich ab heute Vertreter der Ecowas, der westafrikanischen Staatengemeinschaft. 3000 Soldaten wollen sie schicken - und sie wollen eine vernünftige Strategie der Übergangsregierung von Mali hören. Spätestens morgen soll ein Plan vorliegen, bei dem auch Opposition und Zivilgesellschaft an einem Strang ziehen.

Wer gehört zu ECOWAS?

Die Economic Community of West African States (ECOWAS) ist ein Staatenbündnis von 15 westafrikanischen Ländern: Benin, Burkina Faso, Kap Verde, Elfenbeinküste, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Liberia, Mali, Niger, Nigeria, Senegal, Sierra Leone und Togo. Gegründet wurde das Bündnis 1975.

Auch Vertreter der Afrikanischen Union, der UNO und der EU werden in Bamako erwartet. Währenddessen leiden die Menschen auch noch unter gestiegenen Getreidepreisen. Viele in Mali fürchten Hunger.  Ein Retter für das westafrikanische Land wird in der Tat weiter gesucht.

Stand: 09.08.2012 12:26 Uhr

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