Mali: Kandidaten hoffen auf hohe Beteiligung

Wahlen Mali (Bildquelle: AFP)

Stichwahl in Mali

Hoffen auf hohe Beteiligung

Konkrete Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen im afrikanischen Sahelstaat Mali wird es so rasch nicht geben. Die Regierung dort hat fünf Tage Zeit, um die Resultate zu ermitteln. Aber bei dieser Stichwahl mit zwei Kandidaten geht es auch ganz schlicht um die Frage, ob die Wahl ohne massive Störungen, ohne Anschläge über die Bühne geht. Und ob sich die hohe Wahlbeteiligung aus der ersten Runde vor 14 Tagen noch einmal wiederholen wird.

Von Jens Borchers, ARD-Hörfunkstudio Nordwestafrika

In der Hauptstadt Bamako hat es geschüttet am Morgen. In Mali ist Regenzeit und die machte morgens ihrem Namen alle Ehre. Deshalb berichteten Beobachter, am Morgen seien in manchen Wahllokalen mehr Polizisten und Wahlhelfer als Wähler zu sehen gewesen. Das könnte sich negativ auf die Beteiligung an dieser Präsidentschaftswahl auswirken, die so wichtig für das Land ist.

Hoffen auf eine hohe Beteiligung, trotz Regens
J. Borchers, ARD Rabat
11.08.2013 17:18 Uhr

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Aber immerhin: Es gab es bisher keinerlei andere ernsthafte Störungen. Terroranschläge, die gewalttätige Islamisten im Norden Malis angedroht hatten, blieben bislang aus. Die starke Präsenz der Sicherheitskräfte könnte also Wirkung zeigen. Die malische Armee, Soldaten der Stabilisierungstruppe der Vereinten Nationen und französische Soldaten haben vor allem die Aufgabe, im unruhigen Norden für ruhige Wahlverhältnisse zu sorgen.

Dort hatten Tuareg-Rebellen und Al Kaida nahestehende Terrorgruppen den Menschen im vergangenen Jahr das Leben zur Hölle gemacht, bis die französische Armee intervenierte, auf Bitten Malis. Jetzt soll mit der Präsidentschaftswahl eine politischer Neuanfang versucht werden.

Hoffen auf hohe Wahlbeteiligung

Fast sieben Millionen Wahlberechtigte, also fast die Hälfte der malischen Bevölkerung, sollen  sich entscheiden: Für Ibrahim Boubacar Keita, den 68-jährigen Ex-Premierminister. Oder für Soumaila Cissé, seinen fünf Jahre jüngeren Konkurrenten. Cissé war vor 14 Tagen auf Platz zwei gelandet, mit knapp 20 Prozent Zustimmung. Der 63-jährige Finanzfachmann hatte nun die Stichwahl immer wieder als neuen Anlauf bezeichnet: "Das ist eine ganz neue Wahl. Beim ersten Mal gab's eine Wahlbeteiligung von um die 50 Prozent. Das bedeutet zuallererst mal, dass 50 Prozent der Wahlberechtigkeiten nicht votiert haben. Es gibt also noch ein großes Wählerpotential."

Cissé hatte also auf eine noch stärkere Wahlbeteiligung gehofft als beim ersten Durchgang. Sein Gegner, Ibraham Keita, wollte primär seinen Erfolg aus dem ersten Wahlgang, seine knapp 40 Prozent der Stimmen, immer wieder als gutes Zeichen für die heutige Stichwahl interpretiert wissen. Beide Politiker sind sich darüber im Klaren, dass jeder von ihnen vor allem auf eine deutliche Mehrheit hoffen muss. Keita hatte das in seinen Wahlveranstaltungen auch klar gemacht: "Ich fordere Euch auf, mir eine klare Mehrheit zu verschaffen! Eine unbestreitbare Mehrheit."

Soumaila Cissé (Bildquelle: AFP)
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Cissé will für die Einheit der Nation kämpfen.

Ibrahim Boubacar Keita schüttelt Hände von Sympathisanten. (Bildquelle: AP)
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Für Keita, von seinen Anhängern nur "IBK" genannt, ist es vermutlich die letzte Chance, Präsident zu werden.

Diese "unbestreitbare" Mehrheit braucht der künftige Präsident Malis, um das tief in die Krise abgesackte Land wieder nach vorne bringen zu können. Die Wirtschaft Malis braucht dringend Impulse, sie war vergangenes Jahr um 1,2 Prozentpunkte geschrumpft. Heikle Verhandlungen mit den Rebellen im Norden stehen an. Und auch gegenüber den Geldgebern aus dem Ausland wäre eine eindeutige Mehrheit für den künftigen Präsidenten politisch von Vorteil. Drei Milliarden Euro hatte eine Geberkonferenz der internationalen Gemeinschaft Mali zugesagt: Diese Zusagen dann auch einzufordern, einen vernünftigen Umgang mit Hilfsgeldern zu organisieren - dafür könnte der künftige Präsident des Landes eine eindeutige Mehrheit gut gebrauchen.  

Bis allerdings klar ist, wer das höchste Staatsamt Malis übernehmen wird, dürften noch ein paar Tage vergehen. Die Auszählung der Stimmen nach dem ersten Wahlgang hatte vier Tage gedauert. Vielleicht wird es diesmal etwas schneller gehen. Schließlich sind jetzt nur noch zwei Kandidaten angetreten.

Malier zur Stichwahl um das Präsidentenamt aufgerufen
tagesschau24 14:00 Uhr, 11.08.2013, Theresa Tropper, DW

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Dieser Beitrag lief am 12. August 2013 um 11:51 Uhr auf NDR Info.

Stand: 11.08.2013 18:15 Uhr

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