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Kampf gegen Islamisten
Frankreichs gefährliches Engagement in Mali
Die französische Luftwaffe unterstützt seit Freitag die malischen Streitkräfte in ihrem Kampf gegen Islamisten, die den Norden des westafrikanischen Landes kontrollieren. Die Operation "Serval" und die Lage in Mali beschäftigen heute den UN-Sicherheitsrat in einer Sondersitzung.
Von Marc Dugge, ARD-Hörfunkstudio Rabat
Es herrscht Krieg in Mali. Und es geht offensichtlich längst nicht mehr nur darum, die Islamisten von der Demarkationslinie zurückzudrängen. Vielmehr soll der Herrschaft der Islamisten im Norden Malis definitiv ein Ende bereitet werden.
Die französische Armee griff am Sonntag weiter Ziele aus der Luft an: Rafale-Kampfflugzeuge bombardierten Gao und Kidal - zwei wichtige Städte im Norden Malis. Dabei wurden nach französischen Angaben auch Ausbildungscamps und Vorratslager der Islamisten zerstört. Ein Augenzeuge berichtete aus Gao, dass fast alle Islamisten aus der Stadt geflohen seien. Doch die Informationen sind schwer zu überprüfen.
Französische Luftwaffe im Kampf gegen Islamisten
M. Dugge, ARD Rabat
14.01.2013 06:58 Uhr
Einsätze mit Risiko
Bisher waren die französischen Luftschläge offenbar ein Erfolg - wenngleich ein französischer Soldat dabei ums Leben kam. Doch man dürfte die Islamisten nicht unterschätzen, so Abdoulaye Tamboura, Forscher am Französischen Institut für Geopolitik im Sender France 24: "Man weiß, dass die Islamisten schwerst bewaffnet sind, dass sie das Terrain besser kennen als die malischen Soldaten. Sie haben auch Anti-Personen-Minen vergraben. Die Armee muss bei ihrem Vormarsch mit vielen Risiken rechnen."
Niemand weiß, wie lange der Einsatz genau dauern wird. Sicher nur: Mali ist bei seinem Kampf nicht allein. Die USA denken darüber nach, mit Aufklärungsdrohnen zu helfen, die Briten sind schon dabei, Transportflugzeuge nach Mali zu schicken. Deutschland erwägt, sich allenfalls an einer möglichen EU-Ausbildungstruppe in Mali zu beteiligen. Außenminister Westerwelle sagte, ein Einsatz deutscher Kampftruppen stehe nicht zur Debatte.
Frankreich greift in Mali-Konflikt ein
tagesschau 12:00 Uhr, 14.01.2013, Ellis Fröder, ARD Paris
Frankreich schickt noch mehr Truppen
Frankreich schickt derweil immer mehr Soldaten nach Mali - etwa Soldaten, die normalerweise im Tschad und der Elfenbeinküste stationiert sind.
Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian erklärt: "Wir haben Einheiten geschickt, um die Sicherheit von französischen und europäischen Bürgern zu gewährleisten, aber auch um unseren Willen zum Handeln zu zeigen und dafür zu sorgen, dass die malischen Behörden besser handeln können. Wir haben Einheiten nach Mopti in den Norden des Landes geschickt und werden sie bei Bedarf auch verstärken."
Verschärfter Schutz für Botschaft
Die Botschaft Frankreichs in Bamako wird nunmehr von Elitesoldaten geschützt, aus Angst vor Vergeltungsanschlägen der Islamisten. Bisher ist die Lage in der Hauptstadt Bamako aber ruhig. Die Stadt liegt rund 700 Kilometer südlich der Kampflinie.
Allerdings verfolgen die Menschen auch hier mit Spannung, was im Norden passiert, wie Annette Lohmann, Büroleiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bamako beobachtet hat: "Die Stimmung in der Bevölkerung ist ganz eindeutig pro-französisch. Man ist sehr dankbar dafür, dass Frankreich interveniert hat, so schnell interveniert hat. Das sieht man zum Beispiel daran, dass man überall in der Stadt Fähnchen mit der Flagge von Frankreich kaufen kann."
Sondersitzung des Weltsicherheitsrats
In Bamako werden in den kommenden Tagen außerdem zahlreiche Soldaten aus anderen westafrikanischen Ländern erwartet. Etwa aus Benin, Togo oder dem Senegal. Sie werden sich an der geplanten Afrikanischen Unterstützungsmission der Regionalorganisation ECOWAS beteiligen. Insgesamt soll die Truppe 3300 Mann stark sein und unter nigerianischem Kommando stehen.
Heute wird der UN-Sicherheitsrat in New York auf Anfrage Frankreichs zu einer Sondersitzung zusammenkommen.
Stand: 14.01.2013 04:53 Uhr
