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Staatskrise in westafrikanischem Land
UN-Sicherheitsrat will Truppen nach Mali schicken
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat sich dafür ausgesprochen, möglichst rasch internationale Truppen nach Mali zu entsenden. Grund sind die erneuten Kämpfe zwischen Regierung und Rebellen. Vor allem Frankreich drängt auf einen raschen Einsatz. Dieser könnte jedoch noch Monate auf sich warten lassen.
Von Marc Dugge, ARD-Hörfunkstudio Rabat
Neun Monate hatte gespannte Ruhe geherrscht in Mali - damit ist es vorerst vorbei. Mit einem Überraschungsangriff konnten die Islamisten die Regierungstruppen am Donnerstag geradezu überrollen. Auf Pickups fuhren die Kämpfer in die Stadt Konna im Zentrum des Landes ein und lieferten sich dort über Stunden Kämpfe mit der Armee. Augenzeugen berichten von vielen Verletzten und auch Toten.
Über die aktuelle Lage in der Region gibt es derzeit widersprüchliche Informationen, die Armee soll nach letzten Meldungen eine Gegenoffensive gestartet haben. Der Vormarsch der Islamisten sorgt für Angst.
Ein Augenzeuge aus der Stadt Sevaré, gut 50 Kilometer südlich von Konna, sagte im französischen Radiosender RFI: "In Sevaré herrscht die totale Panik. Jeder hat die Stadt verlassen. Nachdem Konna eingenommen wurde, gibt es hier keine Hoffnung mehr. An den Tankstellen versucht jeder, noch Benzin zu bekommen, um die Stadt zu verlassen. Die Hotels schließen, viele Menschen versuchen einfach, sich zu verstecken."
Aktuelle Lage in Mali
M. Dugge, ARD-Hörfunkstudio Rabat
11.01.2013 13:52 Uhr
Mali bittet Frankreich um Militärhilfe
Während die Einwohner fliehen, landen Militärhubschrauber auf dem Luftwaffenstützpunkt von Konna, mit Waffen und Soldaten an Bord. Das Ziel: Die Islamisten an ihrem Vormarsch zu hindern und die strategisch wichtigen Städte Sevaré und Mopti zu sichern. Unter den angekommenen Soldaten sollen auch einige mit weißer Hautfarbe sein. Ihre Identität ist bisher unklar.
Malis Präsident Traoré hatte am Abend nicht nur die Vereinten Nationen, sondern auch Frankreich um Militärhilfe gebeten. Und Präsident Hollande reagierte: "Ich habe entschieden, dass Frankreich an der Seite seiner afrikanischen Partner der Anfrage der malischen Regierung nachkommt. Wir werden uns dabei strikt an die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats halten. Frankreich ist bereit, die Offensive der Terroristen zu stoppen, sollte sie sich fortsetzen."
Frankreich treibt UN-Resolutionen voran
Was genau Hollande damit meint, ist Interpretationssache. Das Wort Militärhilfe wollte Hollande jedenfalls sichtlich vermeiden. Allerdings hat Frankreich der malischen Armee schon früher im Falle eines internationalen Militäreinsatzes logistische Hilfe versprochen. Frankreich ist auch die treibende Kraft hinter den aktuellen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats für Mali.
Der Sicherheitsrat hatte sich noch am Abend zu einer Dringlichkeitssitzung in New York getroffen. Er hatte die Staaten aufgerufen, die malischen Sicherheitskräfte bei ihrem Kampf gegen die Terroristen zu unterstützen. Außerdem sprach er sich dafür aus, die geplante internationale Unterstützungstruppe möglichst rasch nach Mali zu entsenden. Die Truppe soll von rund 3000 afrikanischen Soldaten gestellt werden. So ein Einsatz könnte nach Meinung von Militärexperten allerdings frühestens im September starten. Acht Monate, in denen die Islamisten ihre Herrschaft in Mali weiter festigen können.
Stand: 11.01.2013 15:43 Uhr
