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Reportage aus Mali

In ständiger Angst vor einer Ausweitung der Kämpfe

Seit Tagen bekämpfen sich französische Truppen und radikale Islamisten in der Gegend von Diabali. Nur wenige Informationen dringen an die Öffentlichkeit - Journalisten wird der Zugang ins Kampfgebiet verweigert. Die Angst der Malier vor einer Ausweitung der Kämpfe ist groß.

Von Marc Dugge, ARD-Hörfunkstudio Rabat, zurzeit in Mali

Fahrzeuge der französischen Truppen unterwegs nach Segou.
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Fahrzeuge der französischen Truppen unterwegs nach Segou.

Die Straße nach Norden ist nichts für ungeübte Autofahrer: Über Dutzende Kilometer nur Schlaglöcher und Bodenwellen, der aufgewirbelte rote Staub vernebelt die Sicht. Die Straße führt durch die Steppe. Affenbrotbäume und Akazien soweit das Auge reicht. Ein paar Ziegen kreuzen die Straße, an den Mautstellen verkaufen Kinder Mangos. Vom Krieg keine Spur. Und vom Militär auch nicht.

Bis zum Ortsausgang von Segou. Segou ist eine Kreisstadt im Zentrum Malis und eine wichtige Durchgangsstation auf dem Weg in den Norden. Passkontrolle. "Wir haben Anweisung, keine Journalisten durchzulassen. Vor allem keine Weißen", sagt der Mann in Uniform. Die Botschaft ist deutlich: Hinter dem Schlagbaum herrscht Kriegsgebiet.

Mali: Eine Reise ins Kriegsgebiet
M. Dugge, ARD Rabbat
18.01.2013 02:12 Uhr

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"100 Prozent Sicherheit gibt es nicht"

Besuch beim Bürgermeister von Segou, Ousmane Simaga. An seinen Schrank hat er ein Foto von François Hollande gehängt. "Die Orte hier in der Gegend sind gesichert. Aber 100 Prozent Sicherheit gibt es nicht. Es gibt einzelne Personen, die durch die Gegend streifen", sagt Simaga. "Wir haben deshalb die Bevölkerung aufgerufen, wachsam zu sein, denn Sicherheit entsteht, wenn alle mithelfen."

Vier angebliche Islamisten wurden schon in Segou verhaftet, heißt es. Sie waren auf der Flucht vor den Kämpfen und versuchten, hier unterzutauchen. Segou liegt nur gut 100 Kilometer von der Kampfzone entfernt, schon im nächstgrößeren Ort sind die französischen Truppen stationiert. "Die Leute haben Angst, viele können schlecht schlafen", sagt ein junger Mann. "Nachts gilt hier eine Ausgangssperre, dann patroulliert die Polizei. Es gibt außerdem viele Polizisten in Zivil. Sie bleiben unerkannt und können so leichter Terroristen aufspüren."

Boote im Hafen von Segou.
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Das Leben geht weiter in Segou - aber die Angst der Einwohner ist groß.

Bisher war Segou der Inbegriff der malischen Entspanntheit. Es war ein Erlebnis, am Niger-Fluss abends in die sinkende Sonne zu blinzeln und den Pirogen zuzuschauen, wie sie von einem Ufer ans andere driften. Damit ist es erstmal vorbei. Nach Einbruch der Dunkelheit dürfen die Pirogen nicht mehr fahren. Die Terroristen, fürchten sie hier, könnten vor allem über den Fluss in die Stadt kommen.

Französische Konvois bringen Verstärkung

Auf der Rückfahrt Richtung Bamako zieht ein Konvoi der Franzosen nach Norden. Gepanzerte Fahrzeuge, Militärtransporter, Sanitätswagen. Verstärkung für die Truppen an der Front. Ein paar Häuser sind mit französischen und malischen Fahnen geschmückt. Die Menschen starren auf die weißen Militärs mit den schwarzen Sonnenbrillen, die an ihnen vorbeirauschen. Für zwei Männer, die am Straßenrand Holzkohle verkaufen, bedeutet dieser Konvoi Hoffnung. "Wir leben in Angst. Die Kämpfe können jederzeit näher rücken", sagt einer der beiden. "Die Terroristen können von überall her kommen. Wir sind ihnen ausgeliefert. Immerhin haben wir Holzscheite, um uns zu verteidigen. Gott segne Mali!"

Flüchtlinge aus dem Norden Malis berichten über ihr Leben mit den Islamisten
tagesthemen 22:15 Uhr, 17.01.2013, Shafagh Laghai, ARD

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Stand: 18.01.2013 06:41 Uhr

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