Hubschrauber und eine Drohne "Heron" der Bundeswehr in Camp Castor in Mali | Bildquelle: picture alliance / Kay Nietfeld/

UN-Mission in Mali Hitze legt Bundeswehrfahrzeuge lahm

Stand: 19.04.2017 14:55 Uhr

Die Bundeswehr hat im westafrikanischen Mali Probleme mit ihrer Ausrüstung - vor allem wegen des extremen Wetters. Betroffen sind Drohnen und Kampfhubschrauber. Hunderte Soldaten sind dort im Rahmen einer UN-Mission im Einsatz.

Die extreme Hitze im Einsatzland Mali führt bei der Bundeswehr zu erheblichen technischen Problemen. Gerätschaften wie die "Heron"-Drohne und der "Tiger"-Kampfhubschrauber bräuchten zusätzliche Kapazitäten für Wartung und Instandsetzung, so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Die Zeitung "Die Welt" berichtete, dass die Hälfte der Bundeswehrfahrzeuge im Camp Castor in Gao nicht einsatzbereit sei.

Als weitere Gründe für die Einschränkung der materiellen Einsatzbereitschaft seien die schleppende Ersatzteilversorgung aus Deutschland und die unzureichende Fahrzeuginstandsetzung im Camp genannt worden, berichtete die Zeitung. Auch der Kampfhubschrauber "Tiger", der den Vereinten Nationen ab Mai einsatzbereit gemeldet werden soll, habe noch keine Sonderfreigabe für Flüge bei besonders hohen Temperaturen.

Derzeit sei der Hubschrauber nur für eine Betriebsgrenze von 43,26 Grad Celsius freigegeben. Überstiegen die Temperaturen diesen Wert, dürfte der Hubschrauber nicht aufsteigen. Beantragt sei eine Sondergenehmigung für den Einsatz bis 48,26 Grad Celsius. "Es könnte besser werden, und wir arbeiten dran und haben dort auch schon Maßnahmen ergriffen", sagte der Sprecher weiter. Es soll mehr Personal geben und ein Ersatzteillager vor Ort eingerichtet werden.

"Einsatzbereitschaftslage nicht zufriedenstellend"

Wie viele Bundeswehrfahrzeuge derzeit nicht einsatzbereit wären, wollte der Ministeriumssprecher nicht sagen. Er räumte nur ein, dass die "Einsatzbereitschaftslage nicht zufriedenstellend" sei. Gleichzeitig betonte er: "Das Kontingent vor Ort erfüllt derzeit alle Aufträge, die uns von den Vereinten Nationen gestellt werden."

In den vergangenen Monaten habe man das Kontingent für die UN-Mission in Mali fast verdoppelt auf derzeit rund 850 Soldaten. Mehr Personal für die Instandhaltung und ein Ersatzteillager vor Ort seien ebenfalls geplant - aber: "Das dauert einfach eine gewisse Zeit", so der Ministeriumssprecher.

Bundeswehr in Mali: Offenbar viele Fahrzeuge nicht einsatzbereit
W. Kerler, ARD Berlin
19.04.2017 13:46 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 19. April 2017 Inforadio um 08:25 Uhr und NDR Info in den Nachrichten um 13:00 und 15:45 Uhr.

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