Einsatzkräfte sichern Männer ab, die sich vom Ort der Geiselnahme entfernen. | Bildquelle: AP

Hauptstadt Bamako Geiselnahme in Luxushotel in Mali

Stand: 20.11.2015 11:40 Uhr

In der malischen Hauptstadt Bamako ist ein Luxushotel von Bewaffneten überfallen worden. Laut dem Eigentümer der Hotelkette brachten die Angreifer etwa 170 Geiseln in ihre Gewalt - die meisten sollen Hotelgäste sein.

In Mali haben Bewaffnete in der Hauptstadt Bamako ein Luxushotel angegriffen und angeblich mindestens 170 Geiseln genommen. Der Eigentümer der betroffenen Hotelkette sprach von 140 Gästen und 30 Angestellten, die die Täter in ihre Gewalt gebracht hätten. Unbestätigten Angaben zufolge sollen sie einige Geiseln inzwischen freigelassen haben.

Offenbar Franzosen und Chinesen unter den Geiseln

Noch gibt es keine gesicherten Erkenntnisse, woher die Geiseln stammen. Angeblich befinden sich Franzosen unter den Festgehaltenen. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldet, unter den Hotelgästen seien auch Chinesen. Und die Fluglinie Turkish Airlines teilte mit, sechs ihrer Mitarbeiter hielten sich in dem Gebäude auf.

Einsatzkräfte stehen vor dem Hotel in Bakamo. | Bildquelle: AFP
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Einsatzkräfte stehen vor dem Hotel in Bamako

Angeblich zehn Angreifer

Sicherheitskräfte und Augenzeugen berichteten, es handele sich um etwa zehn Attentäter. Sie hätten gefeuert und "Allahu akbar" ("Gott ist groß") gerufen. Bei dem Überfall sollen drei Menschen getötet worden sein. Einsatzkräfte brachten sich vor dem Hotel in Stellung.

Nach Angaben von ARD-Korrespondentin Sabine Bohland benutzten die Angreifer Autos mit diplomatischen Kennzeichen, um Zugang zu dem Gebäude zu bekommen.

Sabine Bohland, ARD Nairobi, aktuelle Informationen zur Geiselnahme
tagesschau 10:45, 20.11.2015

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Das Hotel liegt westlich des Stadtzentrums in einem Viertel, in dem sich auch mehrere Ministerien sowie die Wohnorte von Diplomaten befinden. Es handelt sich um ein Radisson-Hotel, das bei Diplomaten und auch Mitarbeitern der Fluglinie Air France beliebt sein soll. Die Botschaften Frankreichs und der USA forderten ihre Bürger in Bamako auf, sich in Sicherheit zu bringen.

U.S. Embassy Bamako @USEmbassyMali
SECURITY MESSSAGE (1/4) The Embassy is aware of an ongoing active shooter operation at the Radisson Hotel.

Deutsche Soldaten, die sich im Rahmen eines Ausbildungseinsatzes in Mali aufhalten, sind nach Angaben der Bundeswehr nicht von der Attacke betroffen.

Bereits Angriff auf Hotel im August

Im August hatte es bereits einen Überfall auf ein bei Ausländern beliebtes Hotel in Mali gegeben. In der Stadt Sévaré hatten die Täter - mutmaßliche malische Islamisten - Geiseln genommen und sich Gefechte mit Sicherheitskräften geliefert. 13 Menschen waren getötet - worden, unter ihnen fünf UN-Mitarbeiter.

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Eine französische Militärintervention hatte Anfang 2013 in Mali den Vormarsch bewaffneter Islamisten in Richtung Süden gestoppt. Mehrere Gruppen verüben aber weiterhin Anschläge. Frankreich übergab den Militäreinsatz später an die UN-Blauhelmtruppe Minusma.

Etwa 200 Bundeswehrsoldaten in Mali

Im Süden des Landes bildet die Europäische Union mit maßgeblicher Beteiligung der Bundeswehr malische Soldaten aus. Etwa 200 deutsche Soldaten halten sich deshalb derzeit in Mali auf - nur ein kleiner Teil von ihnen verrichtet den Dienst in der Hauptstadt Bamako.

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