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EU-Ausbildermission für Mali
Marschbefehl für "EUTM"
Deutschland hilft in Mali nicht nur mit Transall-Transportmaschinen für afrikanische Soldaten, sondern will sich auch an der EU-Ausbildermission für Mali beteiligen. Die Außenminister gaben jetzt den Marschbefehl für die Trainingsmission der EU - "EUTM".
Von Alexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Rabat, zzt. Bamako
"Fact Finding Mission" - das bedeutet im Militärjargon: die Gefahren ausloten, Informationen zusammentragen, Bericht erstatten. Genau das ist der Auftrag des Erkundungskommandos der Bundeswehr, das sich derzeit in Mali aufhält. Die Eindrücke der 14 Offiziere sollen helfen, den Einsatz deutscher Pioniere und Sanitäter mit einem Mandat auszustatten.
Deutsche Soldaten erkunden die Lage in Mali
A. Göbel, ARD Rabat zzt. Bamako
17.02.2013 21:57 Uhr
Der deutsche Kommandoführer, ein Oberstleutnant, stellt schon nach wenigen Stunden in Mali fest: Der Bedarf an deutscher Hilfe ist groß. "Es gibt sicherlich viel, was die deutschen Pioniere den malischen Streitkräften beibringen können. Es geht hier um Brückenbau und ganz allgemeinen Pionierdienst, der ja auch hier in Mali genutzt wird, um den Landesausbau zu gestalten. Und es geht darum, dass wir den malischen Streitkräften beibringen, die Folgen von Sprengkörpern und allen Dingen, die während der Kämpfe im Norden Malis stattfanden, selber beseitigen zu können."
Das heißt: Kampfmittelräumung, Umgang mit Minen und Munition. Wie wichtig das deutsche Know-How für die malische Armee künftig sein dürfte, zeichnet sich in der Stadt Gao ab. Im Norden Malis sorgen die Islamisten weiter mit Selbstmordattentaten und Sprengfallen für Angst und Schrecken. Eine 600-Kilo-Bombe konnte vergangene Woche gerade noch rechtzeitig entdeckt und entschärft werden.
Tausend Kilometer südlich, im derzeit relativ entspannten Bamako, nimmt das deutsche Erkundungskommando diese asymmetrische Bedrohung des Guerilla-Kriegs kaum wahr, zumindest nicht an der Oberfläche.
BND warnt vor Anschlägen
Doch auch wenn Deutschland keine Kampftruppen schickt und der EU-Einsatz insgesamt vor allem von französischen Einheiten geschützt wird: Die Warnungen des BND vor möglichen Anschlägen auf ausländische EU-Soldaten nimmt auch der Kommandoführer der Bundeswehr ernst. "Es ist ja unser ganz wesentlicher Auftrag, alles dafür zu tun, jedes Risiko für unsere Soldaten in eine beherrschbare Form zu bringen."
Auch wenn das Sicherheitsrisiko kalkulierbar scheint, stehen die deutschen Pioniere vor großen Herausforderungen: Sie müssen die Einheiten der desolaten malischen Armee in einer Art Turbo-Lehrgang ausbilden. Und: Die Sanitäter sollen für die EU-Mission ein Feldlazarett aufbauen und führen. Dabei geht es um eine mobiles Zelt-Krankenhaus, so wie schon beim EUFOR-Einsatz in der Demokratischen Republik Kongo im Jahr 2006.
Wichtige Türöffner vor Ort
In Mali könnte es schon bald ernst werden für die EU-Mission. Weil der Zeitdruck groß ist, freut sich der Leiter des deutschen Vorauskommandos, dass die Deutschen sehr willkommen sind und hier nicht von Null anfangen. In der Nähe der Stadt Ségou hatten deutsche Soldaten bis zum Militärputsch im März 2012 malische Pioniere gedrillt. "Das ist mit Sicherheit ein wichtiger Türöffner. Wir haben da an eine lange deutsche Tradition anknüpfen können. Schon mehr als zwanzig Jahre sind Kameraden von uns hier vor Ort. Und allein deren Kenntnisse von Personen, von Örtlichkeiten, sind eine wesentliche Erleichterung für uns."
Wie lange der EU-Einsatz in Mali dauern wird, darauf will sich im Planungsstab niemand festlegen. Klar ist nur: Das deutsche Mandat für den neuen Auslandseinsatz soll erst einmal auf ein Jahr begrenzt werden, Verlängerungen sind möglich.
Stand: 18.02.2013 10:00 Uhr
