Soldaten versorgen nach dem Attentat in dem Militärlager in Gao Verletzte. | Bildquelle: AFP

Anschlag in Mali Dutzende Soldaten und Ex-Rebellen getötet

Stand: 18.01.2017 22:39 Uhr

Im westafrikanischen Mali wurden bei einem Anschlag auf ein Militärlager in der Stadt Gao rund 60 Soldaten und frühere Rebellen getötet. Zu der Tat bekannte sich eine Al Kaida-Gruppierung. Die Regierung geht von mehreren Selbstmordattentätern aus.

Im westafrikanischen Mali wurden bei einem Anschlag auf ein Militärlager in der Stadt Gao mehr als 60 Menschen getötet. Nach Angaben der Regierung wurden zudem mehr als 100 Menschen teils schwer verletzt. Es habe sich um ein Selbstmordattentat gehandelt - zunächst gab es aber unterschiedliche Angaben darüber, ob der Anschlag von einem oder mehreren Attentätern verübt worden war. Mails Präsident Ibrahim Boubacar Keita ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Rund 600 Soldaten und Ex-Rebellen leben in Lager

Regierungssprecher Mountaga Tall zufolge befanden sich unter den Toten auch fünf Selbstmordattentäter. Sie sollen demnach am Vormittag ein mit Sprengstoff beladenes Auto in das Lager gesteuert haben. Auf dem Stützpunkt sind nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) etwa 600 malische Soldaten und frühere Rebellen untergebracht. Viele von ihnen hatten sich zum Zeitpunkt des Anschlags zu einem Treffen versammelt, wie Augenzeugen berichteten.

Nach einem Friedensabkommen, dass 2015 in Mali geschlossen wurde, wollen sich die Ex-Rebellen und die Streitkräfte des Landes zusammen um die Wahrung des Friedens vor allem im Norden des Landes bemühen. Die Landesregion sowie die dort angrenzende Sahelzone gelten nach wie vor als Rückzugsgebiet für noch bewaffnete Rebellen und islamistische Terrorgruppen. Immer wieder kommt es daher zu Anschlägen in Mali.

Al Kaida-Gruppe bekennt sich zu Anschlag

Zu dem aktuellen Anschlag bekannte sich die islamistische Terrororganisation Al Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI), wie die auf Beobachtung von Terror-Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group berichtete. Von unabhängiger Seite konnte dies noch nicht bestätigt werden. AQMI sprach sogar von 80 Todesopfern. Der Anschlag sei von Kämpfern der örtlichen Al Kaida-Gruppe Al Mourabitoun verübt worden.

Auch Bundeswehr unterstützt Friedensmission

Das Militärlager in Gao gilt zudem als wichtiger Stützpunkt der UN. Auch mehr als 500 Soldaten der Bundeswehr sind in Gao stationiert, da sich Deutschland an der UN-Friedensmission in Mali beteiligt. Erst vor einer Woche hatte das Kabinett zugestimmt, die Zahl der Soldaten in Mali deutlich auf bis zu 1000 zu erhöhen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Januar 2017 um 13:00 Uhr

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