Friedensmission "Minusma" Tote bei Angriffen auf UN-Truppen in Mali

Stand: 15.08.2017 07:23 Uhr

Bei zwei Angriffen auf UN-Friedenstruppen in Mali haben Bewaffnete mindestens 17 Menschen getötet. Auch mehrere Angreifer starben. Die Vereinten Nationen verurteilen die Geschehnisse als Terrorattacken.

Im westafrikanischen Mali sind bei einem Angriff auf einen Stützpunkt der UN-Friedenstruppe 13 Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden. Unbekannte hätten ein Lager in Timbuktu im Norden des Landes mit Maschinengewehren angegriffen, sagte eine Sprecherin des UN-Einsatzes "Minusma". Unter den Todesopfern seien mehrere malische Sicherheitskräfte, ein Polizist, ein UN-Soldat sowie ein Zivilist. Sechs Angreifer wurden bei der anschließenden Verfolgung getötet, bei der auch Hubschrauber eingesetzt wurden.

Karte: Mali mit Timbuktu und Douentza
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Mali mit Timbuktu und Douentza

Zuvor hatten Bewaffnete einen UN-Stützpunkt in Douentza in der Region Mopri angegriffen. Dabei wurden vier Menschen getötet. Ob es zwischen den beiden Vorfällen eine Verbindung gibt, wird von UN-Ermittlern überprüft. Zu den Attacken bekannte sich bislang niemand.

"Mögliche Kriegsverbrechen"

Minusma-Chef Mahamat Saleh Annadif verurteilte beide Vorfälle als Terrorattacken und forderte, die Täter müssten zur Rechenschaft gezogen werden. UN-Generalsekretär Antonio Guterres betonte in einer Erklärung, dass Angriffe auf UN-Friedenstruppen nach internationalem Recht als Kriegsverbrechen gelten könnten.

In Mali kommt es immer wieder zu Angriffen auf Blauhelme. Die Terrororganisation Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) und andere extremistische Gruppen sind vor allem im Norden Malis aktiv. Der Blauhelm-Einsatz in Mali ist derzeit der gefährlichste UN-Einsatz. Mehr als 15.000 UN-Soldaten und Polizisten bemühen sich um eine Stabilisierung des Landes, darunter 875 Bundeswehrsoldaten. Diese sind in der nordöstlichen Stadt Gao stationiert.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. August 2017 um 04:41 Uhr.

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