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Karte Amenas, Algerien und Mail

Nach Luftangriffen gegen Islamisten

Geiselnahme in Algerien - Ursachen in Mali

Der französische Mali-Einsatz wirkt sich auf die Nachbarländer aus: In Algerien brachten Extremisten ein Gasfeld unter ihre Kontrolle. Nach wie vor halten sie dort 41 Menschen gefangen. Unter ihnen sind Bürger aus Irland, Norwegen, Großbritannien, Japan und den USA, die für Ölfirmen arbeiten. Die Islamisten wollen mit der Geiselnahme in Algerien offenbar ein Ende der Angriffe auf den Norden Malis erreichen - doch die Kämpfe gehen weiter.

Von Marc Dugge, ARD-Hörfunkstudio Rabat, zurzeit in Bamako

Die Botschaft des Anschlags ist deutlich: Wir sind mächtig, über Grenzen hinweg. Wir können zuschlagen, wenn wir wollen: in Mali, in Algerien und anderswo. Offenbar hatte eine Entscheidung der algerischen Regierung den Zorn der Islamisten heraufbeschworen. Algerien hatte der französischen Luftwaffe erlaubt, seinen Luftraum für den Mali-Einsatz zu nutzen.

Der algerische Innenminister Dahou Ould Kablia gibt sich kompromisslos. Im Fernsehsender France 24 sagte er: "Es gibt für die Geiselnehmer keine andere Möglichkeit, als ihren Rückzug zu verhandeln. Wenn sie ihre Meinung nicht ändern, könnte das Geschehen eine andere Wendung nehmen." Notfalls würde die algerische Regierung also wohl auch versuchen, die Geiseln mit Gewalt zu befreien.

Folgen des Mali-Einsatzes auf Nachbarn
M. Dugge, ARD Rabat zzt. Bamako
17.01.2013 02:45 Uhr

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Es geht um sichere Rückzugsgebiete für Terroristen

Die Aktion zeigt die Dimension des Konflikts mit den Islamisten der Wüste. Es geht nicht nur um Mali, sondern um eine dünnbesiedelte Region, die von Mauretanien bis nach Libyen reicht - ein Raum, in dem Terroristen bisher sichere Rückzugsgebiete hatten.

Malis Übergangspräsident Dioncounda Traoré will das ein für alle mal ändern, mit Hilfe Frankreichs. Er begrüßte gestern neu angekommene französische Soldaten auf dem Flughafen von Bamako: "Ich möchte Ihnen den Dank des malischen Volkes übermitteln. Wir sind uns sicher, dass ohne diese Intervention das Problem sehr schwer zu lösen gewesen wäre. Es ist sicher, dass unsere Soldaten gemeinsam gegen den internationalen Terrorismus siegen werden. Wir werden diese Schlacht gewinnen!"

Geiselnehmer fordern Ende des Einsatz des französischen Militärs in Mali
ARD-Morgenmagazin, 17.01.2013, Jörg Rheinländer, ARD Madrid

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Französische Bodentruppen im Einsatz

Es ist eine Schlacht, die längst nicht mehr nur aus Angriffen aus der Luft besteht. Mittlerweile sind französische Bodentruppen im Einsatz. 400 Kilometer nördlich von Bamako versuchten sie am Mittwoch weiter, die Stadt Diabali einzunehmen. Dabei lieferten sie sich nach malischen Armeeangaben heftige Gefechte mit etwa 1000 Islamisten.

Wie die Lage in Diabali derzeit aussieht, ist unklar. Die Informationen von der Front werden spürbar dünner und lassen sich nur schwer verifizieren. Der in Bamako lebende Anwalt Maliki Ibrahim berichtet dem französischen Fernsehen über das, was ihm seine Familie erzählt. Er kommt aus einem Dorf nahe Timbuktu: "Die Menschen atmen die Freiheit in vollen Zügen, ganz ohne Sorgen. Die jungen Menschen sind gestern vor die Tür gegangen und haben geraucht. Noch vor zwei Tagen wäre man dafür öffentlich gesteinigt worden."

Frankreich startet Bodenoffensive gegen Islamisten in Mali
tagesthemen 22:15 Uhr, 16.01.2013, Swantje von Massenbach, ARD Paris

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ECOWAS-Soldaten noch nicht in Mali

Doch der Norden ist noch lange nicht befreit. Dabei sollen auch Soldaten des westafrikanischen Wirtschaftsbündnisses ECOWAS helfen. Sie lassen allerdings weiter auf sich warten. Die ersten Truppenkontingente hatten ursprünglich schon Anfang der Woche in Bamako eintreffen sollen. Deutschland will beim Transport der Soldaten nach Mali mit Transall-Maschinen helfen.

Es könnte ein langer Krieg werden, fürchtet Annette Lohmann von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bamako. An dessen Ende seien die Probleme im verarmten Norden Malis noch lange nicht gelöst: "Neben der Rückeroberung des Nordens muss die malische Armee in die Lage versetzt werden, den Norden langfristig zu stablisieren. Dafür braucht sie dringend internationale Unterstüzung."

Mehr denn je ist klar: Das Thema Mali wird Europa noch lange beschäftigen.

Stand: 17.01.2013 03:30 Uhr

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