Bewaffnete nehmen Geiseln Tote bei Anschlag auf Hotel in Mali

Stand: 08.08.2015 03:54 Uhr

Bei einem Angriff auf ein von ausländischen Gästen genutzten Hotel in Mali sind mindestens acht Menschen getötet worden, darunter ein UN-Mitarbeiter. Die Angreifer verschanzten sich mit Geiseln, inzwischen soll die Armee einige Geiseln befreit haben.

Bei einer Geiselnahme in einem Hotel in Mali sind mindestens acht Menschen getötet worden. Auf Seiten der Armee habe es fünf Opfer gegeben, auch zwei Angreifer seien bei dem Angriff auf das Hotel "Le Byblos" in Sévaré gestorben, erklärte die malische Regierung. Die UN-Mission in Mali (Minusma), die das Hotel mit nutzt, gab ihrerseits den Tod eines ausländischen Mitarbeiters bekannt.

Die Geiselnahme dauert an, wie aus malischen Armeekreisen verlautete. Inzwischen gelang es Soldaten aber offenbar, mehrere Menschen aus der Gewalt der Angreifer befreien. Die Lage sei noch nicht vollständig unter Kontrolle, aber eine "gewisse Anzahl" an Geiseln sei von den Spezialeinheiten aus dem Hotel in Sicherheit gebracht worden, verlautete aus malischen Militärkreisen. Ein Armeevertreter sagte, fünf Ausländer seien in Sicherheit gebracht worden. Sie seien auf dem Weg in die Hauptstadt Bamako. Aus welchen Ländern die Befreiten stammen, ist unklar.

Auch zur Frage, wieviele Angreifer sich noch im Hotel aufhalten und wieviele Menschen sie in ihrer Gewalt haben, liegen keine gersicherten Erkenntnisse vor. Die Regierung teilte allerdings mit, dass sieben mutmaßliche Terroristen festgenommen worden seien.

Die UN-Mission erklärte, die Angreifer hätten am Morgen einen Militärstützpunkt in der Stadt angegriffen. Nach einem Gefecht hätten sie sich in dem von ausländischen Gästen genutzten Hotel verschanzt. Den ganzen Vormittag hätten die Gefechte angedauert und auch am Nachmittag habe es weiter vereinzelt Schüsse gegeben, teilte Minusma mit. Sie machte keinen Angaben zur Identität oder Nationalität ihres getöteten Mitarbeiters.

Augenzeugen und ein Armeesprecher berichteten, vermutlich radikale Muslime hätten mit Gewehren das an der Straße zum Flughafen gelegene Hotel "Le Byblos" gestürmt. Sie hätten sich Schießereien mit Sicherheitskräften geliefert.

Ein Einwohner sagte der Agentur AFP am Telefon, die Angreifer hätten versucht, westliche Ausländer in dem Hotel zu entführen, dies sei aber nicht geglückt. Daraufhin hätten sich die Angreifer im Hotel verschanzt.

Mindestens fünf Ausländer im Hotel

Sévaré liegt nahe der Regionalhauptstadt Mopti im Zentrum Malis, etwa 620 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako. Armeekreisen zufolge waren mindestens fünf Ausländer als Gäste in dem Hotel registriert: drei Südafrikaner, ein Franzose und ein Ukrainer.

Deutsche Soldaten sind dem Einsatzführungskommando in Potsdam zufolge nicht betroffen. Im Süden des Landes bildet die Europäische Union mit maßgeblicher Beteiligung der Bundeswehr malische Soldaten aus.

Der Angriff ist bereits der dritte in weniger als einer Woche: Bei einem Angriff islamistischer Rebellen auf ein Militärlager nahe Timbuktu waren am Montag elf Soldaten getötet worden. Zwei weitere weitere Soldaten starben am Samstag in einem Hinterhalt bei Nampala im Zentrum des Landes.

Im Frühjahr 2012 hatten Tuareg-Rebellen und islamistische Milizen das Machtvakuum nach einem Militärputsch in Bamako genutzt, um weite Gebiete im Norden des Landes in ihre Gewalt zu bringen.

Als die Islamisten Anfang 2013 weiter nach Süden vordrangen, griff die französische Armee ein. Binnen weniger Wochen wurden die Islamisten aus den Städten vertrieben, doch bleiben die Milizen weiter aktiv und verüben Anschläge auf die Sicherheitskräfte. Frankreich übergab den Militäreinsatz später der UN-Blauhelmtruppe Minusma.

Darstellung: