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Um auf die Bedrohung seines Landes durch den Klimawandel aufmerksam zu machen, hat der maledivische Präsident Mohamed Nasheed sein Kabinett zu einer Aufsehen erregenden Unterwassersitzung einberufen: In schwarzen Taucheranzügen unterzeichneten die Minister auf dem Meeresboden einen Aufruf an die internationale Gemeinschaft zur weiteren Reduzierung des CO2-Ausstoßes.
Nasheed und seine 13 Kabinettsmitglieder verbrachten eine halbe Stunde auf dem Grund einer Lagune in sechs Metern Tiefe. Sie saßen an einem hufeisenförmigen Tisch, unterzeichneten die Klima-Erklärung auf einer Tafel mit wasserfesten Stiften und verständigten sich ansonsten per Hand und Schriftzeichen, wie der britische Sender BBC berichtete. Im Anschluss sagte der Präsident, bei der Sitzung habe es weniger Debatten als sonst gegeben, dafür sei mehr Arbeit erledigt worden.
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Bei einer späteren Pressekonferenz sagte Nasheed: "Wenn die Malediven jetzt nicht gerettet werden können, dann glauben wir kaum, dass es für den Rest der Welt noch Hoffnung gibt." Die Welt müsse gemeinsam gegen eine weitere Erderwärmung kämpfen. Der für Dezember in Kopenhagen geplante Weltklimagipfel dürfe nicht scheitern, forderten die Minister.
Die südwestlich von Sri Lanka im Indischen Ozean gelegenen Malediven sind vom Klimawandel besonders bedroht. Wissenschaftler warnen seit langem davor, dass das Archipel aus fast 1200 Inseln wegen des steigenden Wasserspiegels in den kommenden Jahrzehnten untergehen könnte. Nach UN-Prognosen wird die Inselgruppe bis zum Jahr 2100 zum größten Teil überflutet. Die Inseln liegen im Schnitt nur 2,1 Meter über dem Meeresspiegel, damit sind die Malediven der weltweit am niedrigsten gelegene Staat. Tourismus und Fischerei sind Haupteinnahmequellen.
Präsident Nasheed hat bereits Pläne für eine Umsiedlung der rund 350.000 Einwohner angekündigt und will die Malediven binnen zehn Jahren zum ersten CO2-neutralen Staat weltweit machen.
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