Kim Jong Nam | Bildquelle: AP

Giftmord-Affäre Nordkorea und Malaysia verhängen Ausreisesperren

Stand: 07.03.2017 08:51 Uhr

Das Verhältnis zwischen Nordkorea und Malaysia wird zusehends schlechter. Nun verhängten die Regierungen beider Länder Ausreiseverbote. Die gegenseitigen Vorwürfe wegen des Mordes am Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers werden schärfer.

Der diplomatische Streit zwischen Malaysia und Nordkorea erreicht eine neue Eskalationsstufe. Die Regierung in Pjöngjang verhängte ein vorübergehendes Ausreiseverbot gegen malaysische Staatsbürger, die sich im Land aufhielten. Der Ministerpräsident Malaysias, Najib Razak, forderte daraufhin das kommunistische Regime auf, seine Landsleute sofort freizulassen. Er berief eine Sondersitzung des Nationalen Sicherheitsrates ein. Zudem ordnete er die Polizei an, alle Nordkoreaner am Verlassen des Landes zu hindern, "bis wir eine Garantie für die Sicherheit aller Malaysier in Nordkorea haben".

Nordkorea und Malaysia verhängen Ausreiseverbote
tagesschau 12:00 Uhr, 07.03.2017, Philipp Abresch, ARD Singapur

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Regierungschef: "Bürger als Geiseln"

Razak warf Nordkorea Geiselnahme vor. "Dieses verabscheuungswürdige Vorgehen bedeutet, dass unsere Bürger zu Geiseln genommen werden. Das ist eine komplette Missachtung internationalen Rechts und aller diplomatischen Standards", sagte der Regierungschef.

Die Beziehungen zwischen beiden Staaten sind seit dem Mordanschlag auf den älteren Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, Kim Jong Nam, Mitte Februar angespannt. Kim Jong Nam war auf dem Flughafen von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur von zwei Frauen mit dem Nervengift VX angegriffen worden. Der 45-Jährige starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Vermutet wird, dass Nordkorea hinter dem Giftmord steckt.

Pjöngjang fordert faire Aufklärung

Die Regierung in Pjöngjang begründete das Ausreiseverbot damit, die Sicherheit der nordkoreanischen Diplomaten und Bürger in Malaysia durch eine "faire Aufklärung des Falls" sicherzustellen. Das meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA.

Mit dem gegenseitigen Ausreiseverbot erreichte der Streit nun eine neue Dimension. Unklar war zunächst, ob das Ausreiseverbot für alle Malaysier gilt oder nur für Angehörige der Botschaft und deren Angehörige. Nach Informationen der malaysischen Nachrichtenagentur Bernama sollen sich aktuell noch drei Diplomaten sowie sechs Familienangehörige in Nordkorea aufhalten.

Ehemals freundschaftliche Beziehungen

Bislang gehörte Malaysia zu den wenigen Staaten, die verhältnismäßig freundschaftliche Beziehungen zu Nordkorea pflegten. In den vergangenen Tagen überzogen sich Pjöngjang und Kuala Lumpur aber mit gegenseitigen Vorwürfen. Beide Regierungen erklärten den Botschafter des jeweils anderen Landes bereits zur "unerwünschten Person". Die Ausweisung der Botschafter gehört im diplomatischen Umgang zwischen zwei Staaten zu den härtesten Maßnahmen.

Verdächtiger auf dem Botschaftsgelände in Kuala Lumpur

Auf dem Botschaftsgelände in Kuala Lumpur soll sich noch einer von insgesamt sieben Nordkoreanern aufhalten, die wegen des Mordes gesucht werden. Die beiden Frauen aus Vietnam und Indonesien, die das Attentat verübt haben sollen, sitzen in Malaysia bereits in Haft. Ihnen droht die Todesstrafe. Die Leiche Kim Jong Nams befindet sich noch in Malaysia.

Kim Jong Nam lebte mit seiner Familie in Macau unter dem Schutz der chinesischen Regierung. Er hatte sich kritisch über die Familiendynastie in seiner Heimat geäußert. Südkoreanischen Regierungskreisen zufolge erteilte Nordkoreas Machthaber bereits vor Jahren den Auftrag zur Ermordung seines älteren Halbbruders. Nordkorea hat bestritten, dass der Tote wirklich Kim Jong Nam ist und dass es sich um einen Mord handelt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. März 2017 um 09:00 Uhr.

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