"Anopheles gambiae", eine der Stechmückenarten, die Malaria übertragen | Bildquelle: picture alliance / Stephen  Morr

WHO meldet Erfolg Malaria in Paraguay ausgerottet

Stand: 11.06.2018 16:16 Uhr

Dieser Erfolg soll einen Impuls setzen: Die Weltgesundheitsorganisation hat Paraguay für Malaria-frei erklärt. Wenn Malaria dort ausgerottet werden könne, so der WHO-Direktor, dann gehe das auch woanders.

Erstmals seit 45 Jahren ist mit Paraguay ein amerikanisches Land als Malaria-frei erklärt worden. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf einem Forum in San José de Costa Rica mit. Das letzte Land des amerikanischen Kontinents, das diesen Status erhielt, war im Jahr 1973 Kuba.

Drei Jahre ohne neue Erkrankungen

"Erfolgsgeschichten wie die Paraguays zeigen, dass es möglich ist", erklärte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus in einer aufgezeichneten Botschaft. Wenn Malaria in einem Land ausgerottet werden könne, sei das in allen Ländern möglich.

Paraguay ist eines der 21 Länder, für die die WHO 2016 das Ziel gesetzt hatte, die Malaria bis 2020 auszurotten. Die Zertifizierung als Malaria-frei gibt es nach dreijährigem Ausbleiben neuer Fälle. Costa Rica, Ecuador, El Salvador und Mexiko sind weitere Länder, die auf der Liste stehen.

Auf und Ab bei Malaria-Fällen weltweit

  • Bis 2015 ging die Zahl der Malaria-Fälle weltweit nach WHO-Angaben innerhalb von 15 Jahren um 37 Prozent zurück.

  • Die Sterblichkeitsrate sank in dem Zeitraum um 60 Prozent.

  • 2016 nahm die Zahl der Erkrankungen lau Malaria-Report von November 2017 wieder zu.

  • In 91 Ländern stieg demnach die Zahl gegenüber dem Vorjahr insgesamt um fünf auf 216 Millionen Erkrankte.

Vor allem südlich der Sahara, wo 90 Prozent der Fälle vorkämen, seien Rückschritte zu verzeichnen, so die WHO-Experten. Auch in Venezuela gebe es einen massiven Anstieg der Fälle, weil der Kampf gegen Malaria dort nachgelassen habe.

Geld könnte helfen, aber Fonds halb leer

Der Leiter des WHO-Malaria-Programms, Pedro Alonso, erklärte, mit zusätzlichen Ressourcen und politischem Engagement könnten die Probleme überwunden werden. Alonso hatte im April die Knappheit der Fonds zur Bekämpfung der Malaria angeprangert. Die WHO gab 2015 das Ziel aus, 5,5 Milliarden Dollar jährlich im Kampf gegen Malaria einzusetzen. Es komme aber nur gut die Hälfte zusammen, so Alonso.

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Infektionskrankheit Malaria

Malaria ist eine von einzelligen Parasiten, sogenannten Plasmodien, verursachte Infektionskrankheit. Die Erreger werden von Anopheles-Stechmücken vor allem in den Tropen und Subtropen übertragen. Symptome sind Fieber, Anämie und neurologische Probleme. Unbehandelt kann die Erkrankung tödlich verlaufen. In diesem Jahr wird erstmals in drei afrikanischen Ländern eine Impfung gegen Malaria erprobt.

Über dieses Thema berichtete SWR2 am 25. April 2018 um 16:05 Uhr.

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