Taliban-Opfer Malala spricht vor UN-Jugendversammlung

Taliban-Opfer vor UN-Jugend-Generalversammlung

Malala fordert Bildung für alle

Das Attentat der Taliban auf die pakistanische Schülerin Malala machte sie zur Symbolfigur für das Recht auf Bildung. In ihrer ersten Rede vor den UN-Jugend-Generalversammlung forderte Malala an ihrem 16. Geburtstag Bildung für alle Kinder auf der Welt.

Von Thomas Schmidt, ARD-Hörfunkstudio New York

Ihre Stimme ist klar, sind klingt entschlossen, auch wenn man ihr die Folgen der schweren Kopfverletzung noch immer ansieht. Aber schon mit ihren ersten Worten machte Malala klar: Der Mordanschlag der Taliban hat sie weder eingeschüchtert noch stumm gemacht.

Die sechzehn-jährige Malala spricht am 12.07.2013 vor den Vereinten Nationen (Bildquelle: AFP)
galerie

Die sechzehn-jährige Malala spricht an ihrem 16. Geburtstag vor den Vereinten Nationen.

"Sie haben geglaubt, die Kugeln würden uns zum Schweigen bringen, aber sie haben sich geirrt", so die 16jährige vor rund 500 Schülerinnen und Schülern, die von der UN zur Jugend-Generalversammlung aus mehr als 100 Ländern nach New York eingeladen waren, um den Malala-Day zu feiern – nicht nur den Geburtstag der Kinderrechtsaktivistin, sondern auch den ersten öffentlichen Auftritt seit dem Attentat im vergangenen Oktober. Aber trotz der lebensgefährlichen Verletzungen zeigt sich Malala unbeirrt: Sie sei noch immer die Gleiche, mit den gleichen Ambitionen, den gleichen Träumen und der gleichen Zuversicht. Der Anschlag habe ihr Leben nur insofern verändert, als dass sie Schwäche, Furcht und Hoffnungslosigkeit überwunden habe.

Malala Yousafzai hält Rede vor der UN-Jugend-Generalversammlung
tagesschau 20:00 Uhr, 12.07.2013, Markus Schmidt, ARD New York

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Petition für mehr Bildung übergeben

Malala übergab UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon eine Petition mit der Forderung nach Bildung für alle Jungen und Mädchen. Mehr als eine Million Menschen hatten das Dokument unterzeichnet. Bildung, so Malalas eindringlicher Appell, müsse absolute Priorität eingeräumt werden – nicht nur aus sozialen, sondern auch aus politischen Gründen. Ihr Schicksal zeige, dass Extremisten nicht nur Angst vor Büchern und Schreibgeräten, sondern auch vor Frauen hätten: Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Schreibstift könnten die Welt verändern – sie erhebe ihre Stimme für das Recht jedes einzelnen Kindes auf Bildung.

Malala hatte schon als 14jährige begonnen, als Bloggerin für die BBC über ihr Leben im pakistanischen Swat-Tal zu berichten und für das Recht auf Bildung zu kämpfen. Ban Ki-Moon und Gordon Brown, der frühere britische Premier und heutige UN-Sondergesandte, würdigten sie als Vorkämpferin und Heldin – ein Lob, das sie nicht für sich in Anspruch nehmen wollte: Malala-Day sei nicht ihr Tag allein. Es sei der Tag jeder Frau, jedes Jungen, jedes Mädchens, die ihre Stimme für ihre Rechte erhoben hätten.

Rund 57 Millionen Mädchen und Jungen sind gegenwärtig weltweit vom Schulbesuch ausgeschlossen. Malalas Auftritt hat das Thema erneut auf die Tagesordnung der Weltorganisation gesetzt: Im September soll die UN-Vollversammlung über das Recht auf Bildung für alle beraten.

Bildung für alle? Taliban-Opfer Malala vor Jugend-Generalversammlung der UN
T. Schmidt, ARD New York
12.07.2013 20:07 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Stand: 12.07.2013 19:58 Uhr

Darstellung: