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Lebensmittel sind zu einem Spekulationsobjekt geworden. Die Preise steigen rasant an, und regionale Misswirtschaft verstärkt diesen Trend. Das trifft vor allem die Ärmsten. Sie können sich einfachste Nahrungsmittel kaum noch leisten. So ist in Kenia Maisbrei zu einem Luxusgut geworden.
Von Antje Diekhans, ARD-Hörfunkstudio Nairobi
Es ist ein guter Tag für die Familie von Florence Makungu. Am Morgen hat sie Geld für einen Job als Wäscherin bekommen. Jetzt kocht sie seit langem mal wieder eine große Portion Maisbrei für die Kinder. Florence wohnt in einem der zahlreichen Slums in Kenias Hauptstadt Nairobi. Überleben ist hier in den vergangenen Wochen noch härter geworden, als es sowieso schon war. Denn die Preise für Grundnahrungsmittel sind explodiert.
"Maismehl ist unbezahlbar geworden", sagt Florence. "Meine Kinder werden häufig nicht mehr satt. Und so geht es anderen hier im Slum auch, wir haben ja fast alle nur Gelegenheitsjobs."
[Bildunterschrift: Auch in den Flüchtlingslagern ist Maismehl eines der wichtigsten Nahrungsmittel - das verteuert die Preise zusätzlich. ]
Wer mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen muss, kann sich selbst das einfachste Essen nicht mehr leisten. Auch Proteste gegen die gestiegenen Preise konnten daran bisher nichts ändern. Maismehl für 30 Shilling forderten die Demonstranten - das sind umgerechnet etwa 25 Cent. Stattdessen kosten zwei Kilo im Moment mehr als 100 Shilling.
Kenias bekanntester Ökonom James Shikwati sagt, dass die Verteuerung unter anderem durch Spekulationen am Weltmarkt vorangetrieben wird. "Die Nachfrage nach Biotreibstoffen hat Investoren dazu gebracht, auf Agrarprodukte zu setzen. Die Gründe für die hohen Getreide-Preise sind also international zu suchen. Das ist nichts, was sich nur auf Kenia beschränkt."
Allerdings hat die Regierung des ostafrikanischen Landes einiges dazu beigetragen, die Situation noch zu verschärfen. Zu Beginn des Jahres wurden in einigen Regionen Rekordernten eingefahren. Doch davon wurde viel exportiert, so dass jetzt teuer wieder importiert werden muss.
Außerdem verrottete Mais, weil er falsch gelagert wurde. Jetzt leiden die Menschen im Nordosten Kenias nach mehreren Dürren sogar Hunger. Die internationale Gemeinschaft muss mit Nahrungsmittelhilfen einspringen - wie so oft. Ein Land, das sich eigentlich selbst versorgen könnte, macht sich durch kurzsichtige Politik immer wieder abhängig.
[Bildunterschrift: Kenias Kleinbauern beschweren sich, die Regierung vernachlässige sie. ]
Die Regierung habe schlecht geplant und sei deshalb für die gestiegenen Preise verantwortlich, sagt Shikwati. "Außerdem werden die Landwirte nicht ausreichend unterstützt. Die Kleinbauern, die 65 Prozent der Agrarproduktion besteuern, werden völlig vernachlässigt - sowohl politisch als auch bei den Investitionen."
In den Läden in Nairobi ist Maismehl jetzt schon seit Wochen rationiert. Jeder darf nur noch ein Paket kaufen, aber mehr können sich die meisten auch sowieso nicht leisten. Das "Arme-Leute-Essen" Maisbrei ist zum Luxus geworden.
Florence Familie hat zumindest für die nächsten Tage genug. Aber was danach kommt, weiß sie nicht. Vielleicht kann sie ihren drei Kindern dann wieder nur Tee geben. "Die Regierung muss wirklich etwas unternehmen", fordert sie. "Sonst werden Kinder hier noch sterben, weil sie nichts zu essen haben."
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