Venezuelas Präsident Nicolas Maduro spricht am 27.11.2017 bei einer Veranstaltung des Militärs in Maracay (Venezuela). | Bildquelle: dpa

Venezuelas Präsident Maduro Maduro will den "revolutionären Sieg"

Stand: 29.11.2017 21:23 Uhr

Venezuela steckt seit langem in einer politischen und wirtschaftlichen Krise, bei Unruhen sind schon mehr als 100 Menschen gestorben. Präsident Maduro will dennoch im Amt bleiben - und lässt verkünden, dass er im kommenden Jahr erneut antritt.

Venezuelas umstrittener Staatspräsident Nicolás Maduro will 2018 für eine weitere Amtszeit kandidieren. Das teilte Vizepräsident Tareck El Aissami mit. Man werde "einen großen, revolutionären Sieg feiern", betonte El Aissami, der von den USA wegen angeblicher Verstrickung in Kokaingeschäfte mit Sanktionen belegt worden ist. Die Abstimmung in Venezuela ist für Dezember 2018 geplant, könnten nach Einschätzung mancher Experten aber auf März vorverlegt werden.

Die USA, die EU und zahlreiche Staaten in Südamerika werfen Maduro den Umbau des Landes zu einer Diktatur vor. Das von der Opposition dominierte Parlament wurde entmachtet und eine linientreue Volksversammlung eingesetzt, führende Politiker der Opposition stehen unter Hausarrest oder sind ins Ausland geflohen.

Seit 2013 im Amt

Maduro war nach dem Tod von Hugo Chávez, der das Projekt eines Sozialismus des 21. Jahrhunderts begründet hatte, im Jahr 2013 zum Präsidenten gewählt worden. In Maduros Amtszeit verschlechterte sich die Lage dramatisch, seit April starben mehr als 120 Menschen bei Protesten. Das Land ist praktisch pleite, trotz der größten Ölreserven der Welt.

Wegen der rasanten Inflation steigt die Zahl der hungernden Menschen, zudem fehlen - auch wegen geringerer Einnahmen aus dem Ölexport - Devisen, um genug Lebensmittel und Medikamente einzuführen. Das Land wird wegen der vielen Probleme und der starken Gewaltzunahme nur noch von wenigen Fluggesellschaften angeflogen.

Im Zuge der jüngsten Repression und wegen interner Streitigkeiten ist das Oppositionsbündnis "Mesa de la Unidad Democrática" geschwächt - noch ist unklar, wer gegen Maduro antreten wird.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. November 2017 um 22:00 Uhr in den Nachrichten.

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