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Nach Konzert in St. Petersburg

Madonna droht Geldstrafe wegen Toleranz-Aufrufs

Madonna hat bei ihrem Konzert in St. Petersburg offen zur Toleranz für Homosexuelle aufgerufen. Nun droht der Popsängerin eine Geldstrafe. Denn in St. Petersburg ist "Werbung" für Homosexualität seit dem Frühjahr unter Strafe gestellt. Als "Werbung" gilt bereits eine Regenbogenfahne.

Von Heide Rasche, ARD-Hörfunkstudio Moskau

Madonna bei ihrem Konzert in St. Petersburg
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Rosa Armbänder als Zeichen des Protests: Madonna und Tänzerinnen bei ihrem Konzert

"Zeigt Eure Liebe und Wertschätzung für die Gay-Community", forderte Madonna. Die Antwort war ein Meer von rosa Armbändern und Regenbogenfahnen. Die rund 10.000 Konzertbesucher machten deutlich, dass sie hinter den Forderungen des US-Popstars stehen. Die Armbänder hatte Madonna vor ihrem Auftritt verteilen lassen.

Die Sängerin hatte vor dem Konzert angekündigt, sie komme, um den Homosexuellen in St. Petersburg - so wörtlich - Kraft einzuflößen und sie in ihrem Kampf zu unterstützen. "Ich bin hier um zu sagen, dass die Gay-Community und homosexuelle Menschen hier und überall auf der Welt die gleichen Rechte haben", erklärte sie.

Madonna setzt sich in St.Petersburg für Homosexuelle ein
H. Rasche, ARD Moskau
10.08.2012 18:00 Uhr

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Regenbogenfahnen gelten als Propagandamittel

Damit sprach sie sich trotz deutlicher Warnungen von örtlichen Politikern und erzkonservativen russisch-orthodoxen Christen klar gegen das sogenannte Gesetz gegen Schwulen-Propaganda aus, das seit Anfang März in St. Petersburg "Werbung" für Homosexualität unter Strafe stellt - offiziell, um Minderjährige zu schützen.

Festnahme wegen "homosexueller Propaganda" in St. Petersburg
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In St. Petersburg wurden - wie hier im April - bereits mehrere Menschen wegen "homosexueller Propaganda" festgenommen.

Als "Werbung" gelten bereits Regenbogenfahnen oder Plakate mit der Forderung nach Gleichberechtigung für Schwule und Lesben. Bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen. Medienberichten zufolge wurden im vergangenen halben Jahr bereits mehrere Dutzend Menschen in St. Petersburg verurteilt.

Der städtische Abgeordnete Witali Milonow, einer der Autoren des Gesetzes, ist überzeugt, dass auch das Madonna-Konzert gegen die neuen Bestimmungen verstoßen hat. Er werde auf jeden Fall gerichtlich gegen den US-Popstar und den Auftritt vorgehen: "Sie, oder die Organisatoren des Konzertes werden bestraft. Eine Strafe von bis zu 250.000 Rubel dürften für so eine offene Provokation angemessen sein", erklärte er.

Immerhin seien auch Minderjährige im Publikum gewesen. Es gebe Augenzeugen, die Zwölfjährige gesehen hätten, empörte sich der Petersburger Politiker.

"No Fear" - "Keine Angst"

Was Madonna von solchen Drohungen hält, zeigte sie bereits während des Konzerts: Auf ihrem nackten Rücken stand mit großen schwarzen Buchstaben "No Fear - Keine Angst".

Russlands Vizepremier Dmitri Rogosin startete unterdessen den Versuch, sich von seinen beleidigenden Äußerungen zu distanzieren, die er nach dem Auftritt des US-Popstars in Moskau in seinem Twitter-Blog veröffentlicht hatte. Dabei hatte der für drastische Wortwahl bekannte Rogosin über alternde Huren gelästert, die Moral-Lektionen erteilen wollten.

Den Begriff Hure hatte er abgekürzt, allerdings für alle verständlich benutzt. Nach heftigen Protesten im Netz gab er sich heute Morgen völlig überrascht. Er habe doch gar nicht über diese sogenannte Madonna gesprochen, alle hätten das nur damit in Verbindung gebracht.

Stand: 10.08.2012 19:23 Uhr

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