Ein Konvoy von hellen Lastwagen. | Bildquelle: AP

Belagerte Stadt in Syrien UN schicken mobile Klinik nach Madaya

Stand: 15.01.2016 14:26 Uhr

Die Vereinten Nationen schicken eine mobile Klinik in die belagerte syrische Stadt Madaja. Sie werde von der Weltgesundheitsorganisation WHO und dem syrischen Roten Halbmond betrieben, erklärte die WHO. Das Team soll die Hungernden vor Ort behandeln.

Die Vereinten Nationen schicken eine mobile Klinik und ein Ärzteteam in die syrische Stadt Madaya. Die Klinik, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO und dem syrischen Roten Halbmond betrieben werde, sei bereits unterwegs, sagte WHO-Sprecherin Rana Sidani. Das Ärzteteam soll die Hungernden vor Ort behandeln.

Madaya wird seit sechs Monaten von der syrische Armee belagert. Die Hilfskräfte, die Madaya schon erreicht haben, kämpfen um das Leben von Hunderten Menschen.

Die amerikanische UN-Botschafterin Samantha Power sagte, die Vereinten Nationen hätte bei einer Beratung des Weltsicherheitsrates von mehr als 400 Menschen berichtet, die sich in Madaya "am Rande des Todes" befänden und aus medizinischen Gründen sofort aus dem Ort gebracht werden müssten.

Konvoi bringt 330 Tonnen Nahrungsmittel ins syrische Madaya
tagesschau 12:00 Uhr, 12.01.2016, Ulli Neuhoff, SWR

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Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Kein Essen wegen Belagerung

Die rund 40.000 Einwohner von Madaya waren ein halbes Jahr lang von syrischen Regierungstruppen und verbündeten Milizen eingeschlossen worden. Essen gab es keines mehr. Laut Hilfsorganisationen verhungerten bislang mindestens 28 Menschen.

Am Montag erreichten Hilfskonvois neben Madaya auch die von den Rebellengruppen belagerten schiitischen Dörfer Fua und Kfarja. Das UN-Welternährungsprogramm erklärte, die nach Madaya gebrachte Nahrung werde etwa für einen Monat reichen. Nach Fua und Kfarja sollten 20.000 Monatsrationen gehen. "Es ist wirklich herzzerreißend, die Situation der Leute zu sehen", sagte der Sprecher des Roten Kreuzes, Pawel Krzysiek, der die Verteilung in Madaya betreute. "Vor einer Weile wurde ich von einem kleinen Mädchen angesprochen und ihre erste Frage war: 'Bringst du Essen?'"

In dem seit fast fünf Jahren tobenden Bürgerkrieg sind mehr als 250.000 Menschen getötet und mehr als eine Million verletzt worden. Etwa die Hälfte der einmal 23 Millionen Syrer wurde aus ihren Häusern vertrieben.

In New York wird sich der UN-Sicherheitsrat noch am Freitag mit der Lage in Madaya befassen. Die Dringlichkeitssitzung war von den USA, Frankreich und Großbritannien beantragt worden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete die Belagerungen als "Kriegsverbrechen".

Aushungern - ein Kriegsverbrechen

Das gezielte Aushungern von Zivilisten gilt völkerrechtlich als Kriegsverbrechen. Laut Völkerstrafgesetzbuch wird mit mindestens drei Jahren Haft bestraft, "wer das Aushungern von Zivilpersonen als Methode der Kriegsführung einsetzt, indem er ihnen die für sie lebensnotwendigen Gegenstände vorenthält oder Hilfslieferungen unter Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht behindert".

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