Macri zusammen mit seiner Frau und seiner vierjährigen Tochter auf dem Balkon der Casa Rosada | Bildquelle: REUTERS

Erste Rede von Präsident Macri Kurz und sachlich - ein neuer Stil für Argentinien

Stand: 11.12.2015 04:06 Uhr

Argentiniens neuer Präsident setzt auf einen neuen Politikstil, das wurde schon zum Amtsantritt deutlich. Mit knappen und sachlichen Worten umriss er seine Ziele. Dazu gehört die Stärkung des Handels - was der Vertreter aus Deutschland gerne hört.

Von Julio Segador, ARD-Hörfunkstudio Buenos Aires

Beifall für den neuen argentinischen Präsidenten, Beifall für Mauricio Macri. Nach mehr als zwölf Jahren, in denen die Familie Kirchner Argentinien prägte, lenkt nun ein Politiker die Geschicke des Landes, der vieles anders machen möchte als die Kirchners. Vor allem setzt er auf einen weniger konfrontativen Politikstil, für den seine Vorgängerin Cristina Kirchner stand.

"Ich räume ein, dass dies durchaus unglaubwürdig klingen könnte nach all den Jahren unnützer Konfrontation. Aber es ist eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen", sagt Macri in seiner ersten Rede vor dem Kongress. "Millionen Wähler wollten das so. Sie waren ermattet nach all der Arroganz und des unnützen Streits. Jetzt ist es an der Zeit zusammenzuhalten, um zu wachsen, damit wir besser werden, zum Wohle des Landes."

Macri beim Anlegen einer Krawatte | Bildquelle: AFP
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Der neue Präsident Macri kurz vor der Vereidigung - auf einem Foto, das von der Präsidentschaftsverwaltung herausgegeben wurde.

"Kampf gegen Drogenhandel und die Einigkeit der Argentinier"

Schon in dieser ersten Rede zeigte sich dieser neue Politikstil. Statt stundenlanger Monologe eine überraschend kurze, sachliche, ja nüchterne Ansprache. Die Hauptziele seiner Politik fasste Macri in drei Punkten zusammen: "Null-Armut, der Kampf gegen den Drogenhandel und die Einigkeit der Argentinier."

Den Kampf gegen die Armut will Macri vor allem mit einer Kehrtwende in der Wirtschaftspolitik bestehen. Statt Abschottung setzt er auf Investitionen. Die von Importbeschränkungen geprägte und stark ideologisierte Ökonomie soll ein Ende haben.

Macri sucht Kontakt zu Europa und den USA

Die Entwicklung des Landes werde nur über eine intelligente, expansive Wirtschaftspolitik möglich sein. Die Infrastruktur müsse verbessert werden, sie sei die Basis einer erfolgreichen Produktion, sagt der neue Präsident. "Nur so kommen wir zu Chancen, nur so erzielen wir den Wohlstand, den wir verdienen. Und das ist die einzige Möglichkeit, dass Wohlstand den Platz einer inakzeptablen Armut einnimmt."

Auch außenpolitisch will Macri neue Wege gehen. Die Verbindungen zu Europa und zu den USA, die unter der linksgerichteten Regierung von Cristina Kirchner weitgehend brach lagen, sollen auf neue Füße gestellt werden. Davon konnte sich auch Christian Wulff überzeugen. Kanzlerin Angela Merkel hatte den früheren Bundespräsidenten als Vertreter Deutschlands nach Buenos Aires geschickt.

Macri zusammen mit seiner Frau und seiner vierjährigen Tochter auf dem Balkon der Casa Rosada | Bildquelle: REUTERS
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Eine peronistische Tradition über nahm der Konservative Macri dann doch: Zusammen mit seiner Frau und seiner vierjährigen Tochter grüßte er das Volk nach der Amtsübernahme vom Balkon der Casa Rosada.

Wulff erwartet bessere Zusammenarbeit

In Argentinien stehe ein außenpolitischer Kurswechsel an, sagte Wulff dem ARD-Hörfunk. Macri sei ernsthaft interessiert, die Verbindungen nach Europa und Deutschland zu intensivieren, so Wulff. Es werde eine besserer Zusammenarbeit geben bei Fragen des Klimaschutzes, der Terrorbekämpfung und der Rechtsstaatlichkeit, "aber auch bei Fragen des Freihandels, die Deutschland sehr wichtig sind".

Und schon bald sollen auch wieder hochrangige deutsche Politiker nach Argentinien kommen. Ex-Bundespräsident Christian Wulf verriet, dass Außenminister Frank-Walter Steinmeier nun plant, noch in der ersten Jahreshälfte 2016 Argentinien einen Besuch abzustatten.

Mauricio Macri tritt sein Amt als Präsident an
J. Segador, ARD Buenos Aires
11.12.2015 01:26 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 11. Dezember 2015 um 05:35 Uhr im Deutschlandradio Kultur.

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