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23.02.2012

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Kenianische Friedensnobelpreisträgerin Maathai ist tot
Trauer um Kenias Umweltschützerin Maathai

Die "Mutter der Bäume" ist gestorben

"Jeder kann ein Loch graben und einen Baum pflanzen", sagte einst die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Maathai. Ihr Leben lang kämpfte die Umweltschützerin dafür, dass die Welt "ein bisschen grüner wird". Im Alter von 71 Jahren ist sie nun in Nairobi gestorben.

Von Antje Diekhans, ARD-Hörfunkstudio Nairobi

"Komm wir pflanzen Bäume" - dieses Lied sang Wangari Maathai immer wieder mit anderen Umweltaktivisten. Es war das Motto, das ihr Leben bestimmte. In den 70er-Jahren gründete die streitbare Kenianerin eine der ersten Umweltgruppen in Afrika. "Green Belt Movement" ("Die Grüngürtel-Bewegung") pflanzte Millionen von Bäumen auf dem Kontinent.

Wangari Maathai und Kronprinz Naruhito (Foto: picture alliance / dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: "Komm wir pflanzen Bäume" - hier im Jahr 2009 mit dem japanischen Kronprinzen Naruhito. ]

Als das Engagement 2004 mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde, war Maathai überwältigt: "Ich begreife noch gar nicht, was das bedeutet", sagte sie damals. "Dafür werde ich wohl einige Tage brauchen. Gerade wenn ich mir vorstelle, dass ich jetzt in einer Reihe stehe mit so großartigen Männern wie Nelson Mandela und Desmond Tutu."

"Mama Miti" (die Mutter der Bäume), wie die Kenianer sagen, bekam die Auszeichnung als erste afrikanische Frau. Ein Triumph - vor allem weil sie sich all die Jahre großen Widerständen ausgesetzt sah. Wangari Maathai wurde bedroht, zusammengeschlagen und mehrfach ins Gefängnis geworfen, weil sie immer wieder mit der Regierung des früheren kenianischen Machthabers Daniel arap Moi in Konflikt geriet.

Wangari Maathai (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Wangari Maathai verknüpfte Umweltschutz und Friedensarbeit. Sie kämpfte für Menschenrechte und Demokratie. Im Jahr 2004 erhielt sie dafür den Friedensnobelpreis, den ihr Ole Danbolt Mjos in Oslo überreichte. ]

Mit Humor und Ironie den Gegnern begegnen

Unterbuttern ließ sich die promovierte Biologin nie. Auch für die Frauenbewegung in Kenia war sie eine wichtige Symbolfigur und immer wieder Antriebskraft. Maathai verschaffte sich Gehör, wie auf einer Pressekonferenz vor zwei Jahren, als ihr der kenianische Umweltminister über den Mund fahren wollte: "Herr Minister, fühlen Sie sich bloß nicht schlecht, weil Sie mich ignorieren. Das bin ich gewohnt, besonders von der kenianischen Regierung."

So packte Maathai ihre Gegner - mit Humor und Ironie. Es gab so gut wie keine große Veranstaltung in Kenia, bei der sie mit ihren bunten Kopftüchern nicht zu sehen war. Die Nobelpreisträgerin war gefragt: als Expertin, Vorkämpferin und als "ökologisches Aushängeschild" Kenias.

Bilder:

Bilder: Wangari Maathai (Foto: REUTERS)
Bilderstrecke Wangari Maathai Zum Tod der Friedensnobelpreisträgerin [mehr]

Einsatz für eine Welt, die "ein bisschen grüner" ist

Eine Zeit lang war sie sogar selbst Vize-Umweltministerin. In dieser Funktion konnte sie zwar ein großes Wiederaufforstungsprojekt anstoßen, aber insgesamt empfand sie die Regierungsverantwortung doch eher als Bürde. Maathai hatte ihren eigenen Kopf und wollte sich nicht instrumentalisieren lassen. Bis zuletzt kämpfte sie dafür, dass die Welt ein bisschen grüner wird: "Jeder kann ein Loch graben, einen Baum hineinsetzen und ihn gießen", forderte sie. "Es muss nur dafür gesorgt werden, dass der Baum überlebt."

Ihre Krebserkrankung hatte die 71-Jährige nicht öffentlich gemacht. Sie starb am Sonntag in einem Krankenhaus in Nairobi. Ihr Erbe sind zahlreiche Parks und Wälder, die es ohne ihren Einsatz nicht geben würde.

Stand: 26.09.2011 11:37 Uhr
 

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