Deutscher Außenminister, Heiko Maas, legt einen Kranz in der Gedenkhalle im Holocaust-Museum Yad Vashem in Jerusalem nieder. | Bildquelle: ABIR SULTAN/EPA-EFE/REX/Shutters

Maas in Israel "Die Schoah bleibt uns Mahnung"

Stand: 25.03.2018 17:15 Uhr

Bei seinem Antrittsbesuch in Israel hat Außenminister Maas zum Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus aufgerufen. In der Gedenkstätte Yad Vashem bekräftigte er Deutschlands Verantwortung für den Holocaust.

Während seiner Visite der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat Außenminister Heiko Maas zum entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus aufgerufen. Israel ist das erste nicht-europäische Reiseziel des neuen Bundesaußenministers, der sich vorgenommen hat, den angeschlagenen deutsch-israelischen Beziehungen neuen Schub zu verleihen.

"Verantwortung für das grausamste Verbrechen"

"Die Erinnerung darf niemals enden. Deutschland trägt die Verantwortung für das grausamste Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Die Schoah bleibt uns Mahnung und Auftrag, weltweit für Menschenrechte und Toleranz einzutreten", schrieb er am Sonntag nach seinem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ins Gästebuch.

"Jeder Form von Antisemitismus und Rassismus müssen wir uns entschieden entgegenstellen - überall und jeden Tag." Im 70. Geburtsjahr Israels werde das "Wunder unserer Freundschaft" ganz besonders ins Bewusstsein gerufen, sagte Maas. "Wir stehen zu dem Land, dass hier allen gedenkt, deren Leben und Träume zerstört wurden." Israel feiert dieses Jahr das 70. Jubiläum seiner Staatsgründung, die Feierlichkeiten beginnen am 18. April.

Die ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, und Bundesaußenminister Heiko Maas in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem | Bildquelle: AP
galerie

Für Außenminister Maas hat der Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem auch eine persönliche Bedeutung.

"Wegen Auschwitz in die Politik gegangen"

In der Halle der Erinnerung der zentralen Holocaust-Gedenkstätte Israels legte Maas einen Kranz für die sechs Millionen von den Nationalsozialisten ermordeten Juden nieder. Er hatte in seiner Antrittsrede vor knapp zwei Wochen den auch international viel beachteten Satz gesagt: "Ich bin wegen Auschwitz in die Politik gegangen." Damit begründete er sein Ziel einer Verbesserung der deutsch-israelischen Beziehungen.

"Die Verantwortung für und die Solidarität mit dem jüdischen und demokratischen Staat Israel, einzutreten für seine Sicherheit und gegen Antisemitismus - das steht im Zentrum unseres außenpolitischen Koordinatensystems", sagte der SPD-Politiker bereits vor seiner Abreise. "Und es ist der Kompass, dem ich auf dem Weg in die Politik gefolgt bin."

Angespannte Beziehungen, massive Differenzen

Maas soll im Laufe des Sonntags noch von Staatspräsident Reuven Rivlin empfangen werden und am Montag Ministerpräsident Benjamin Netanyahu treffen. Außerdem ist ein Gespräch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ramallah geplant.

Seit Anfang vergangenen Jahres sind die deutsch-israelischen Beziehungen angespannt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte aus Verärgerung über die israelische Siedlungspolitik im palästinensischen Westjordanland die Regierungskonsultationen mit Israel auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben.

Kurz danach kam es zu einem Eklat beim Antrittsbesuch des damaligen Außenministers Sigmar Gabriel in Israel. Netanjahu ließ ein Treffen mit Gabriel platzen, weil dieser sich auch mit regierungskritischen Organisationen verabredet hatte. Dieser Konflikt wurde im Januar bei einem weiteren Besuch Gabriels ausgeräumt.

Die deutsch-israelischen Regierungskonsultationen sollen in diesem Jahr nachgeholt werden. Es gibt weiterhin massive Differenzen zwischen beiden Ländern. Neben der Siedlungspolitik zählt dazu das Atomabkommen mit dem Iran, das von Israel abgelehnt, von Deutschland aber verteidigt wird.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. März 2018 um 17:15 Uhr.

Darstellung: