Whistleblower Raphael Halet (l.) und Antoine Deltour  | Bildquelle: AFP

Berufungsurteil Geringere Strafen für "LuxLeaks"-Angeklagte

Stand: 15.03.2017 20:01 Uhr

Sie hatten Steuerabsprachen internationaler Konzerne mit Luxemburg publik gemacht: Zwei Informanten der "LuxLeaks"-Affäre sind von einem luxemburgischen Berufungsgericht erneut verurteilt worden - allerdings zu geringeren Strafen als in erster Instanz.

In der "Luxleaks"-Affäre hat ein Luxemburger Berufungsgericht die Strafen für die beiden Hauptangeklagten reduziert. Sie wurden zu deutlich niedrigeren Strafen verurteilt als noch im vergangenen Jahr. Die beiden früheren Mitarbeiter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers hatten Steuervorteile für internationale Großkonzerne in Luxemburg enthüllt.

Das Berufungsgericht verurteilte Antoine Deltour zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldbuße von 1500 Euro. Im Juni 2016 war er in erster Instanz zu zwölf Monaten Haft und 1500 Euro verurteilt worden, weil er mehr als 20.000 Steuerdokumente gestohlen hatte. Sein Kollege Raphaël Halet bekam 1000 Euro Geldstrafe. Im ersten Prozess war er zu neun Monaten Haft auf Bewährung und 1000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Der Journalist Edouard Perrin wurde freigesprochen, dies wurde auch in der Berufung bestätigt.

Durch die "LuxLeaks"-Enthüllungen war 2014 bekannt geworden, dass hunderte Unternehmen mit Luxemburg für sie teils extrem vorteilhafte Steuerabsprachen getroffen hatten. Nutznießer waren unter anderen die US-Konzerne Apple, Amazon und McDonald's.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. März 2017 um 18:29 Uhr.

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