Lufthansa-Maschinen stehen am Flughafen von Frankfurt am Main | Bildquelle: dpa

Vorbeugende Sicherheitsmaßnahme Lufthansa und Air France umfliegen Sinai

Stand: 01.11.2015 00:46 Uhr

Angesichts der Spekulationen über die Ursache des Flugzeugunglücks in Ägypten meiden zwei Airlines vorerst Flüge über die Sinai-Halbinsel: Lufthansa und Air France-KLM wollen erst wieder die Region überqueren, wenn die Unglücksursache feststeht.

Nach der Flugzeugkatastrophe in Ägypten umfliegt die Lufthansa bis auf Weiteres die Sinai-Halbinsel. So lange die Absturzursache nicht geklärt sei, werde die ägyptische Halbinsel aus Sicherheitsgründen umflogen, sagte eine Unternehmenssprecherin und bestätigte damit einen Bericht der Tageszeitung "Die Welt". Lufthansa hat eigenen Angaben zufolge weniger als zehn Flüge pro Tag, die die Region überqueren.

"Die bislang über das Sinai-Gebiet entlanglaufenden Routen, etwa in den Mittleren Osten, werden jetzt je nach Zielflughafen rechts oder links vorbeigeleitet", ergänzte die Sprecherin. Die Fluggesellschaft stehe wegen des weiteren Vorgehens in engem Kontakt mit den Behörden.

Air France: Vorsichtsmaßnahme

Auch die Fluggesellschaft Air France-KLM kündigte an, vorerst nicht mehr über den Sinai zu fliegen. Sie sprach ebenfalls von einer Vorsichtsmaßnahme.

Bei dem Absturz der voll besetzten Maschine kamen 224 Menschen ums Leben. Der Airbus auf dem Weg nach St. Petersburg war am Samstagmorgen kurz nach dem Start im Badeort Sharm El-Sheikh vom Radar verschwunden. Ägyptische Behörden teilten mit, dass der Pilot vor dem Unglück technische Probleme gemeldet habe. Allerdings behauptet die Terrormiliz "Islamischer Staat", die Maschine abgeschossen zu haben. Einen Beweis dafür legte sie bisher aber nicht vor. Nach Einschätzung von ARD-Korrespondent Thomas Aders gibt es mehrere Punkte, die gegen einen Terroranschlag sprechen.

Thomas Aders, ARD Kairo, zu den Spekulationen über einen IS-Anschlag
tagesthemen 23:15 Uhr, 31.10.2015

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Und auch die russischen Behörden gehen nicht davon aus, dass Terroristen das Flugzeug abgeschossen haben, sagte ARD-Korrespondent Udo Lielischkies in den tagesthemen.

Udo Lielischkies, ARD Moskau, zzt. St. Petersburg, zur Suche nach der Absturzursache
tagesthemen 23:15 Uhr, 31.10.2015

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