Kinder tragen in China wegen der Luftverschmutzung einen Atemschutz

Studie der Weltgesundheitsorganisation Drei Millionen Tote jährlich durch schlechte Luft

Stand: 12.05.2016 17:23 Uhr

Rund 80 Prozent aller Städter leben laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation in Städten mit starker Luftverschmutzung. An den Folgen der "desaströsen" Luftqualität würden jährlich mehr als drei Millionen Menschen sterben, erklärte die WHO.

Immer mehr Stadtbewohner sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO durch eine zu starke Luftverschmutzung gefährdet - vor allem in ärmeren Ländern. An den Folgen würden jedes Jahr mehr als drei Millionen Menschen sterben, warnte die UN-Organisation in Genf bei der Vorlage einer Studie.

Insbesondere in den armen Staaten sei das Risiko von Herzinfarkten, Lungenkrebs und chronischen Atemwegserkrankungen durch Luftverschmutzung infolge der Emissionen von Feinstaub und anderen Schadstoffen größer geworden. Demnach stieg die Luftverschmutzung weltweit zwischen 2008 und 2013 insgesamt um acht Prozent - allerdings bei zugleich deutlichen Verbesserungen in einigen Ländern.

Mehr als 80 Prozent der Einwohner von Städten, in denen die Luftqualität kontrolliert wird, seien Belastungen oberhalb der WHO-Grenzwerte ausgesetzt. Besonders betroffen sind der Studie zufolge die urbanen Zentren in Entwicklungsländern: "98 Prozent der Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern in Ländern mit überwiegend niedrigen und mittleren Einkommen erfüllen die WHO-Ziele für die Luftqualität nicht", erklärte die Organisation.

Kontrolle der Schadstoffemissionen nimmt zu

In den Industriestaaten sei dieser Wert zwar gesunken, liege aber immer noch bei 56 Prozent. Als positiv bewertet die WHO, dass die Zahl der Städte, die Schadstoffemissionen kontrollieren, weltweit zunimmt. Dies sei ein erster Schritt hin zu Maßnahmen für die Verbesserung der Luftqualität. Mehr als die Hälfte der Städte in wohlhabenden Ländern hätten die Luftverschmutzung innerhalb von fünf Jahren um mehr als fünf Prozent senken können. In ärmeren Ländern hätten dies mehr als ein Drittel der Städte geschafft.

Weitere Anstrengungen seien aber dringend erforderlich, betont die WHO. "Luftverschmutzung ist einer der hauptsächlichen Gründe für Krankheiten und Tod", sagte die stellvertretende WHO-Generaldirektorin Flavia Bustreo.

Feinstaub durch Emissionen und Bodenerosion

Als Feinstaub werden winzige Partikel in der Luft bezeichnet. Er entsteht unter anderem durch Emissionen aus Fahrzeugen, Kraft- und Fernheizwerken, Öfen und Heizungen in Wohnhäusern, bei der Metall- und Stahlerzeugung oder auch beim Umschlagen von Schüttgütern oder durch Reifenabrieb. Zu den natürlichen Ursachen gehört zum Beispiel die Bodenerosion.

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