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18.03.2010

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Elf Tote nach Hauseinsturz in Lüttich
Wohnhaus eingestürzt

Elf Tote nach Gasexplosion in Lüttich

Nach der Gasexplosion im ostbelgischen Lüttich sind elf Leichen aus dem eingestürzten Haus geborgen worden. Sie konnten bislang nicht identifiziert werden.

Zwischenzeitlich musste die Suche nach weiteren Opfern ausgesetzt werden, da die Nachbargebäude ebenfalls einzustürzen drohten. Nachdem sie abgestützt wurden, gingen die Arbeiten sehr vorsichtig und langsam weiter. Teils räumen die Rettungstrupps die Trümmer mit den Händen beiseite. Auch mit Spürhunden sind die Feuerwehrleute im Einsatz.

Mehrere Menschen werden noch vermisst

Wie viele Menschen begraben sein könnten, ist nach wie vor unklar. Mehrere Familien vermissten ihre Angehörigen, teilten die Behörden mit. Ein Sprecher der Stadt Lüttich sagte, in dem betroffenen Viertel wohnten viele Studenten und Ausländer, die nicht gemeldet seien. "Es gibt viele junge Leute. Waren sie alle dort, schliefen sie bei Freunden oder hatten sie im Gegenteil Besucher in ihren Appartements?", beschrieb der Sprecher die Situation. In belgischen Medien war von drei bis vier Menschen die Rede, die noch gesucht würden.

Zuvor waren ein zwölfjähriges Mädchen sowie eine Frau lebend gerettet worden. Mindestens 20 Bewohner wurden bei dem Einsturz des Altbaus am Mittwochmorgen verletzt.

Bergungsarbeiten an der Unglücksstelle in Lüttich (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Teils mit bloßen Händen suchen die Rettungsteams in den Trümmern nach Verschütteten. ]

Explosion fünf Stunden vor Hauseinsturz

Etwa fünf Stunden vor dem Zusammenbruch des Hauses hatte sich die Explosion ereignet, für die Experten nach ersten Analysen ein Gasleck als Ursache vermuten. Bereits am Wochenende soll es nach Aussagen des Bürgermeisters nach Gas gerochen haben. Bei einer Überprüfung der Leitungen fanden Experten aber offensichtlich kein Leck. Die Ermittler gehen nun auch der Möglichkeit eines Fremdverschuldens nach.

Die Rettungskräfte befürchteten gleich nach der Explosion, dass das 100 Jahre alte Wohnhaus einstürzen könnte und gingen bei ihrer Arbeit sehr vorsichtig vor. Als Helfer mittels eines Tunnels dann versuchten, zwei Bewohner zu bergen, gaben die Mauern nach. Zwei Überwachungskameras zeichneten die Katastrophe auf. Ermittler suchen nun nach der genauen Unglücksursache.

Der eingestürzte Altbau in der Leopoldstraße in Lüttich. (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Fünf Stunden nach der Explosion gaben die Mauern des 100 Jahre alten Wohnhauses nach und stürzten in sich zusammen. ]

Gas abgestellt - Anwohner evakuiert

Die gesamte Straße im Zentrum der belgischen Stadt wurde evakuiert. Im Umkreis von mehreren Hundert Metern hatte die Druckwelle Fensterscheiben bersten lassen, die Gegend wurde von einer Staubschicht bedeckt.

In der Umgebung der Straße wurde sicherheitshalber das Gas abgestellt. Etwa die Hälfte der Bewohner verbrachte die Nacht bei Freunden und Verwandten, der Rest in Hotels, die sich spontan als Herbergen zur Verfügung gestellt hatten. Zahlreiche Menschen litten unter Schocks und Traumata.

Das Unglück sorgte in Belgien für Bestürzung. Premierminister Yves Leterme besuchte Opfer und Helfer. Der belgische König Albert II. sowie Innenministerin Annemie Turtelboom waren bereits am Mittwochnachmittag an die Unglücksstelle gekommen, um sich ein Bild zu machen. In der ehemaligen Kirche Saint-André werden Familien, die weiter auf Nachrichten ihrer Angehörigen warteten, betreut.

Stand: 29.01.2010 08:29 Uhr
 

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