Im Gedenken an die Opfer des Anschlags liegen Blumen in der Nähe der London Bridge | Bildquelle: REUTERS

Anschlag in London Weitere Festnahme - achtes Opfer

Stand: 07.06.2017 18:05 Uhr

Der jüngste Terroranschlag in London hat ein weiteres Opfer gefordert. Die Polizei fand in der Themse die Leiche eines Mannes. Ob es sich um einen vermissten Franzosen handelt, ist noch unklar. Im Osten der Stadt wurde ein Verdächtiger festgenommen.

Der Terroranschlag in London hat ein achtes Todesopfer geforder, das teilte die Polizei mit. Demnach wurde ein Toter aus der Themse gezogen, die Leiche war stromabwärts entdeckt worden. Der Mann sei noch nicht offiziell identifiziert, teilte Scotland Yard mit. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach hingegen von einem dritten französischen Opfer. Einen Namen nannte er nicht, seit dem Anschlag wurde allerdings noch ein 45-jähriger Franzose vermisst.

Bei den Attacken auf der London Bridge und am nahen Borough Market hatten Terroristen am Samstagabend mehrere Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt. Bisher hat die Polizei offiziell drei Todesopfer identifiziert. Fast 50 weitere Menschen waren bei dem Anschlag verletzt worden. Die drei Angreifer wurden von der Polizei getötet.

Weitere Festnahme

Die Polizei nahm im östlichen Londoner Vorort Ilford einen weiteren Verdächtigen fest. Ein 30-jähriger Mann stehe im Verdacht, Terrorakte verübt, vorbereitet oder dazu angestachelt zu haben. Sicherheitskräfte durchsuchten die Wohnung, in der der Mann festgenommen wurde. Damit befinden sich derzeit zwei Männer in Polizeigewahrsam. Unmittelbar nach dem Anschlag waren zwölf Menschen festgenommen worden. Sie wurden mittlerweile alle freigelassen.

Die Ermittler identifizierten die Attentäter als den 27-jährigen Khuram Shazad Butt, einen Briten mit pakistanischen Wurzeln, den 30-jährigen Rachid Redouane, nach eigenen Angaben "Marokkaner oder Libyer" sowie den 22-jährigen Italo-Marokkaner Youssef Zaghba. Zu dem Anschlag bekannte sich die dschihadistische Organisation "Islamischer Staat".

Innere Sicherheit dominiert Wahlkampf

Die jüngsten Anschläge in Großbritannien sorgten dafür, dass Premierministerin Theresa May härtere Antiterrorgesetze forderte, selbst wenn dazu die Änderung von Bestimmungen zum Schutz der Menschenrechte nötig sei. Die Reaktion auf den Anschlag in London dominierte auch den Endspurt des Wahlkampfs vor der vorgezogenen Parlamentswahl am Donnerstag.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Juni 2017 um 16:00 Uhr.

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