Der Flughafen Heathrow aus der Luft aufgenommen. | Bildquelle: REUTERS

Dritte Startbahn genehmigt Grünes Licht für Ausbau von Heathrow

Stand: 25.10.2016 17:16 Uhr

Seit Jahren wird über eine neue Start- und Landebahn für den Flughafen Heathrow in London gestritten. Wirtschaftlich wichtig, rufen die Befürworter und die Gegner halten den eh schon hohen Fluglärm dagegen. Nun hat Premierministerin May den Ausbau abgesegnet.

Von Stephanie Pieper, ARD-Studio London

Nicht nur in Deutschland wird über den Bau und Ausbau von Flughäfen gestritten, sondern auch in Großbritannien: Nach jahrelanger Diskussion hat die konservative Regierung von Premierministerin Theresa May nun grünes Licht gegeben für den Bau einer dritten Start- und Landebahn am größten europäischen Airport London-Heathrow. Doch selbst in Mays Kabinett formiert sich der Widerstand, angeführt von Außenminister Boris Johnson.

Seit 40 Jahren schon streiten britische Politiker aller Parteien darüber, welcher der beiden größten Londoner Flughäfen erweitert werden soll: Heathrow oder Gatwick? Das war bis zuletzt die Frage. Nach gut 100 Tagen im Amt gibt jetzt die konservative Premierministerin May das Kommando "ready for take-off": Eine dritte Start- und Landebahn in Heathrow soll es sein, wie Verkehrsminister Chris Grayling verkündete.

Streit um Flughafenausbau in London
tagesthemen 21:45, 25.10.2016, Julie Kurz, ARD London

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Den Airport im Südwesten der Hauptstadt auszubauen, so Grayling, sei die richtige Entscheidung für die britische Volkswirtschaft - für den internationalen Handel ebenso wie für den Tourismus. Die Regierung sende damit gerade nach dem Brexit-Votum das klare Signal aus, weiter ein wirtschaftlich offenes Land zu sein.

Kritik aus politischer Oberliga

Der britische Außenminister Boris Johnson
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Prominenter Gegner der Heathrow-Ausbaus: Außenminister Boris Johnson.

Rund 75 Millionen Passagiere zählte Heathrow im vergangenen Jahr: Und bald soll die Nummer Eins unter den Flughäfen in Europa also noch größer werden. Voraussichtlicher Kostenpunkt: 17,6 Milliarden Pfund, umgerechnet geschätzt 20 Milliarden Euro.

Doch die Kritiker dieses Vorhabens sind keineswegs verstummt. Erklärter Heathrow-Gegner ist und bleibt kein Geringerer als Außenminister Johnson, dessen Wahlkreis in der Einflugschneise liegt. Er klagte, New York sei die Stadt der Wolkenkratzer, Paris die Stadt der Lichter - und London? "Die Stadt der Flugzeuge", sagte Londons Ex-Bürgermeister. Und fragte weiter: "Wollen wir das wirklich?"

Der neue Londoner Bürgermeister Sadiq Khan
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Auch der neue Londoner Bürgermeister Sadiq Khan spricht sich gegen eine dritte Start- und Landebahn aus.

Der Tory-Politiker Johnson hatte vor Jahren versprochen, sich höchstpersönlich den Baggern entgegenstellen zu wollen. Ihm und anderen Heathrow-Kritikern in ihrer Regierung hat May bislang gestattet, ihre Meinung offen kundzutun - wenn auch nicht zu oft und nicht zu laut.

Johnsons Nachfolger im Bürgermeisteramt, Sadiq Khan von der Labour Party, nannte den jetzt avisierten Ausbau von Heathrow ebenfalls eine falsche Entscheidung - für London und das Land: "Eine neue Start- und Landebahn wird verheerend sein für die Luftqualität in London. Schon jetzt sind rund um Heathrow mehr Menschen vom Fluglärm betroffen als in Paris, Frankfurt, Amsterdam, München und Madrid zusammen." Den Flughafen Gatwick südlich der Hauptstadt auszubauen, ginge einfacher, günstiger und schneller und wäre deshalb die bessere Option, warb Khan.

Anwohner Londons protestieren gegen die hohe Luftverschmutzung und den Lärm durch den Flugverkehr von und zum Flughafen Heathrow. | Bildquelle: dpa
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Die Anwohner Londons protestieren gegen den Ausbau. Sie befürchten höhere Luftverschmutzung...

Ein Flugzeug fliegt dicht über Dächer von Londoner Häusern. | Bildquelle: AFP
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...und noch höheren Lärm durch den zunehmenden Flugverkehr.

Ein langer Weg bis zum Spatenstich

Kritik an der Heathrow-Expansion kommt auch von Anwohnern und Umweltschützern. Beifall klatschen dagegen viele Fluggesellschaften, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften. John Holland-Kaye, der Heathrow-Chef, ist zwar noch nicht am Ziel, gab sich aber nach dem "Go" der Premierministerin zu 100 Prozent zuversichtlich.

Aber auch, wenn der Startschuss gefallen ist: Bevor die Bauarbeiten beginnen können, wird es ein langer Prozess. Erst die Konsultationen, dann die Abstimmung im Parlament, dann das Planungsverfahren, dann die Klagen. Ein umstrittenes Mammut-Projekt für May, die selbst früher gegen eine dritte Startbahn war. Denn auch die Menschen in ihrem Wahlkreis - Maidenhead westlich von London - leiden unter dem Heathrow-Fluglärm.

Regierung May gibt grünes Licht für Ausbau des Flughafens Heathrow
S. Pieper, ARD London
25.10.2016 16:01 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. Oktober 2016 um 13:53 Uhr

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