Das brennende Hochhaus in London | Bildquelle: AP

Unglück in London Trauer und Entsetzen nach Hochhausbrand

Stand: 14.06.2017 08:41 Uhr

Nach dem Hochhausbrand in London mit mehreren Toten bleiben viele Fragen: Gab es Pannen beim Brandschutz? Wie viele Menschen waren zum Unglückszeitpunk im Gebäude? Und was ist die Ursache des Feuers? tagesschau.de gibt einen Überblick.

Beim Brand eines Londoner Hochhauses sind sechs Menschen getötet worden. Die Zahl der Toten werde leider wohl noch steigen, sagte Polizeikommandeur Stuart Cundy. Die Bergungsaktionen könnten noch Tage dauern. In Krankenhäusern wurden 74 Menschen behandelt, 20 von ihnen ging es sehr schlecht.

Mehrere Tote bei Hochhausbrand in London
tagesschau 17:00 Uhr, 14.06.2017, Julie Kurz, ARD London

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Premierministerin Theresa May reagierte bestürzt. Londons Bürgermeister Sadiq Khan sprach den Opfern und Hinterbliebenen sein Beileid aus und versprach eine umfassende Aufklärung des Vorfalls. Feuerwehrkommandantin Dany Cotton sprach von einem beispiellosen Brand. In ihren 29 Jahren bei der Feuerwehr sei so etwas noch nie passiert. Die Baufirma Rydon reagierte schockiert auf den Hochhausbrand. Sie war für die Sanierung des Grenfell Towers von 2014 bis 2016 zuständig.

Während das Gebäude brannte mehr als zwölf Stunden nach Beginn des Infernos immer noch stark qualmt, stellen sich Beobachtern viele Fragen:

WAS WIR WISSEN

Opfer: Der Brand hat sechs Menschenleben gekostet. Mindestens 74 Menschen wurden bis zum Mittag in Krankenhäusern behandelt, 20 von ihnen waren nach Angaben der Rettungskräfte in einem kritischen Zustand. Laut Augenzeugen sprangen einige Menschen aus dem Hochhaus.

Zeitpunkt: Das Feuer brach am frühen Mittwochmorgen aus. Bei der Feuerwehr ging der erste Notruf nach deren Angaben um 0.54 Uhr (Ortszeit) ein. Danach breitete sich das Feuer in Windeseile aus

Einsatz: Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mit ersten Löschtrupps bereits nach weniger als sechs Minuten vor Ort. Mehr als 200 Feuerwehrleute waren an der Einsatzstelle. Die Rettungskräfte stellten sich darauf ein, dass der Einsatz noch mehrere Tage dauern wird.

Hintergrund: Nach Angaben von Scotland Yard war der Brand kein Terroranschlag. Das teilte eine Polizeisprecherin mit.

Gebäude: Das Hochhaus liegt im Nordwesten Londons im Bezirk Royal Borough of Kensington and Chelsea. Nach Angaben des Stadtbezirks sind in dem Sozialbau 120 Wohnungen. Das Gebäude wurde 1974 errichtet und von 2014 bis 2016 saniert. Dabei wurden neue Wohneinheiten geschaffen, eine neue Heizungsanlage eingebaut und die Außenwand mit einer gedämmten Vorhangfassade versehen.

WAS WIR NICHT WISSEN

Todesopfer: Wie viele Menschen ums Leben kamen, war zunächst unklar. Die Polizei sprach am Mittag von mindestens sechs Menschen, die das Unglück nicht überlebten. Die Zahl der Opfer dürfte sich nach Aussage von Bürgermeister Khan noch erhöhen. Die Feuerwehr müsse mit einer Lage klarkommen, die sich ständig verändere, schrieb Khan bei Twitter.

Brandursache: Weshalb es zu dem Feuer kam, ist noch unklar, ebenso wo genau der Brand ausbrach. Spezialisten werden sich der Untersuchung dieser Fragen annehmen, erklärte die Feuerwehr. Medien berichten, eine defekte Waschmaschine habe das Feuer ausgelöst.

Brandschutz: In dem Hochhaus soll es laut Anwohnern bereits in der Vergangenheit Beschwerden über mangelnden Brandschutz gegeben haben. Welche konkreten Sicherheitsvorkehrungen es gab, ist zur Stunde noch unklar.

Bewohner: Wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Feuers in dem Hochhaus aufgehalten haben, stand zunächst nicht fest. In dem Haus sollen viele Familien mit Kindern gelebt haben. Ebenfalls blieb zunächst offen, ob und wie viele Menschen vermisst werden.

Statik: Bis zum Nachmittag war ebenfalls nicht klar, wie stabil das Hochhaus nach dem Feuer war. Ein Experte überprüfe laufend die Statik des Grenfell Towers, sagte Londons Feuerwehrchefin Cotton. Trotz der Katastrophe war das Hochhaus zunächst stabil genug, um darin weiter nach eingeschlossenen Menschen zu suchen.

Mareike Aden, ARD London, zur Situation am Brandort
tagesschau 12:00 Uhr, 14.06.2017

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Juni 2017 um 06:30 Uhr.

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