Houses of Parliament in London | Bildquelle: AFP

Sexuelle Belästigung Weitere Rücktritte nicht ausgeschlossen

Stand: 02.11.2017 13:56 Uhr

Britische Zeitungen sprechen bereits vom "Westminster Sex-Skandal": Verteidigungsminister Fallon ist wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung zurückgetreten. Doch er könnte laut Medien kein Einzelfall bleiben: Im Internet kursiert demnach eine Liste mit 40 Namen.

Von Jens-Peter Marquardt, ARD-Studio London

"Der erste Skalp in der Parlaments-Sex-Aufregung" schreibt die "Daily Mail" heute in großen Lettern. Und auch der "Daily Telegraph" titelt "Der erste Skalp im Westminster-Sex-Skandal". Die britische Presse geht davon aus, dass Michael Fallon nicht der einzige bleiben wird, der seinen Hut nimmt.

Die Chefin der schottischen Konservativen, Ruth Davidson, sprach davon, dass der Damm jetzt gebrochen sei. Noch immer herrsche in der britischen Politik eine Kultur, in der sich Männer aus dem Umgang mit Frauen einen Spaß machten, so Davidson:

"Dass wir eine Premierministerin haben und auch die Parteien der schottischen und walisischen Nationalisten von Frauen geführt werden, heißt noch lange nicht, dass Frauenfeindlichkeit und Sexismus im Mülleimer der Geschichte verschwunden sind, wenn es um Politik geht. Es muss in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren ein Großreinemachen geben."

Sexuelle Übergriffe in Großbritannien
tagesthemen 22:15 Uhr, 02.11.2017, Julie Kurz, ARD London

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Liste mit 40 weiteren Namen kursiert im Internet

Im Internet kursiert eine Liste von etwa 40 britischen Politikern, denen sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen wird. Die Liste der Vorwürfe reicht von sexueller Belästigung bis hin zu Vergewaltigung im Parlamentsgebäude. Allerdings finden sich in der Liste auch Politiker, denen harmlose, einvernehmliche Liebschaften nachgesagt werden.

Vorwürfe bis hin zur Vergewaltigung

Klar ist: Die Vorwürfe richten sich nicht nur gegen Politiker der regierenden Konservativen. Auch Politiker der anderen Parteien, vor allem der oppositionellen Labour Party, sind betroffen. Hier reichen die Vorwürfe bis hin zu Vergewaltigung.

Die Labour-Abgeordnete Jess Phillips erwartet ebenfalls weitere Enthüllungen und Rücktritte: "Ich kann mir vorstellen, dass auch andere gehen müssen", so Phillips. Es fühle sich an wie der "Start eines großen Aufräumens, das alle Parteien und nicht nur die Regierung betrifft". Parlament und Demokratie seien wichtig. "Ich hoffe deshalb, dass dieses Aufräumen schnell vonstatten geht, und wir am Ende eine Kultur haben, die besser für alle ist."

Sexuelle Übergriffe: Sonia Seymour Mikich, WDR, kommentiert
tagesthemen 22:15 Uhr, 02.11.2017

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"So benimmt man sich einfach nicht"

Doch es gibt auch Warnungen, das Kind jetzt nicht mit dem Bade auszuschütten. Stimmen, die ein maßvolles, differenziertes Vorgehen fordern. So der neue Star der konservativen Basis, der Abgeordnete Jakob Rees-Mogg: "Einige der Geschichten, die jetzt herauskommen, sind ernst zu nehmen, andere nicht. Wir müssen hier die Balance halten", sagt er. Beziehungen zwischen Männern und Frauen sollten eine "gut erzogene und höfliche Grundlage" haben. "Männer sollten nicht herumlaufen und ihre Hand auf das Knie einer Dame legen. So benimmt man sich einfach nicht."

Es war das Knie einer Journalistin, das dem Verteidigungsminister jetzt das Amt gekostet hat. Möglicherweise aber noch mehr. Fallon hatte seinen Rücktritt mit gelegentlichem Fehlverhalten in den vergangenen Jahren begründet.

Premierministerin Theresa May will in der kommenden Woche mit den Spitzen der anderen Parteien darüber beraten, wie vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Parlament vor sexuellen Übergriffen geschützt werden können.

Gavin Williamson ist neuer Verteidigungsminister

Nach Fallons Rücktritt hat die Premierministerin jetzt erst einmal seine Nachfolge geklärt: Gavin Williamson heißt der neue Verteidigungsminister, ein enger Vertrauter Mays und Gegner ihres Rivalen Boris Johnson.

Gavin Williamson, neuer Verteidigungsminister Großbritanniens. | Bildquelle: AFP
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Williamson ist in der Unterhausfraktion der Konservativen bislang für das
Erreichen von Konsens bei Parteivorhaben zuständig gewesen.

May muss jetzt auch die eigene Position in ihrem vor allem in Sachen Brexit zerstrittenen Kabinett absichern. Denn Fallon wird ihr fehlen: Der Verteidigungsminister war nicht nur loyal gegenüber seiner Chefin. Er, der seit Margaret Thatcher vier Premiermininistern gedient hatte, genoss auch großen Respekt in der konservativen Partei. 

Fallons Rücktritt wird wohl nicht der einzige bleiben
Jens-Peter Marquardt, ARD London
02.11.2017 14:02 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. November 2017 um 12:00 Uhr.

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