Nach der Explosion untersuchen die Ermittler den Waggon. | Bildquelle: AFP

Londoner Polizei zu Terror "Glück, dass die Bombe nicht richtig detoniert ist"

Stand: 16.09.2017 18:51 Uhr

Die Londoner sind am Freitag wohl nur knapp einer Katastrophe entgangen. Laut Behörden hätte der Sprengsatz viele Menschen töten können - doch statt zu detonieren, brannte er nur aus. Die Ermittlungen machen derweil "exzellente Fortschritte".

Von Jens-Peter Marquardt, ARD-Studio London

Ein 18 Jahre alter Mann in Dover festgenommen, eine Hausdurchsuchung in einem Vorort südlich von London - die britische Polizei arbeitet auf Hochtouren, um den Anschlag auf die Londoner U-Bahn aufzuklären. Scotland-Yard-Chefin Cressida Dick sagte, die Ermittlungen gingen schnell voran und brächten exzellente Fortschritte.

Weitere Einzelheiten teilte die Scotland Yard-Chefin nicht mit, aus ermittlungstaktischen Gründen, wie es heißt. Sicher scheint, dass die Überwachungskameras in der U-Bahn und auf den Bahnhöfen Aufschluss über den mutmaßlichen Täter gegeben haben. Gut möglich, dass sich der Festgenommene von Dover aus aufs europäische Festland absetzen wollte. Von dort fahren die Schiffe über den Kanal nach Frankreich.

Ermittlungen nach Londoner Terroranschlag
tagesthemen 23:30 Uhr, 16.09.2017, Hanni Hüsch, ARD London

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"Ein sehr gefährlicher Sprengsatz"

Innenministerin Amber Rudd leitete eine weitere Sitzung des Sicherheitskabinetts. Sie bestätigte anschließend, dass der Sprengsatz, den der Täter gestern in einem Waggon der District Line platziert hatte, hochexplosiven Sprengstoff enthielt: "Es gibt keinen Zweifel, dass dies tatsächlich ein sehr gefährlicher selbstgebauter Sprengsatz war. Es war Glück, dass er nicht richtig detoniert, sondern nur in Brand geraten ist und damit vergleichsweise geringen Schaden angerichtet hat. Wir müssen jetzt alles tun, damit die Baumaterialien nicht mehr so erworben und zusammengemischt werden können."

Experten vermuten, dass es sich um einen Sprengstoff auf Basis von Wasserstoff-Peroxid handelt, ein Stoff, den die Friseure beim Bleichen von Haaren verwenden, und der auch bei früheren Anschlägen bereits eingesetzt wurde.

Höchste Terrorwarnstufe

Polizei in London | Bildquelle: REUTERS
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Die Polizei erhöhte merklich ihre Präsenz nach dem Anschlag.

Seit der vergangenen Nacht gilt im ganzen Land die höchste Sicherheitswarnstufe "kritisch". Das bedeutet, dass nach Einschätzung der Sicherheitskräfte ein weiteres Attentat unmittelbar bevorstehen könnte. Zudem können jetzt Soldaten eingesetzt werden, um Plätze und Gebäude zu schützen und die Polizei zu entlasten. Die Polizei kann so die Präsenz auf den Bahnhöfen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln verstärken.

Die U-Bahn-Station Parsons Green, wo sich der Anschlag ereignete, ist wieder geöffnet. Busse und Bahnen fahren wieder wie gewohnt. Die höchste Sicherheitswarnstufe war zuletzt nach dem Anschlag auf das Ariana-Grande-Konzert in der Manchester Arena im Mai verhängt worden, bei dem 23 Menschen starben. Sie wurde aber wieder gesenkt. Im Internet hatte der sogenannte "Islamische Staat" erklärt, die Tat sei von verbündeten Islamisten ausgeführt worden und weitere Taten angekündigt.

Strenge Sicherheitskontrollen

Das Stadion des Fußballclubs FC Chelsea, das neben der U-Bahn-Station Parsons Green liegt, bleibt heute geschlossen. Auch der Fanshop öffnete nicht und es gab auch keine Stadionführungen. Das Prestige-Duell gegen den Londoner Rivalen Arsenal London soll morgen aber stattfinden. Der Club hat die Fans aufgerufen, eine Stunde früher zum Stadion zu kommen - wegen der erhöhten Sicherheitskontrollen.

Irritationen über Trump-Tweet

Die britische Politik ist derweil immer noch verstimmt über den US-Präsidenten Donald Trump. Er hatte schon kurz nach dem Anschlag auf Twitter geschrieben, die Täter seien Scotland Yard bekannt gewesen. Der britische Innenstaatssekretär Ben Wallace erklärte dazu nur: "Es ist niemals eine gute Idee, laufende Ermittlungen zu kommentieren. Politiker sollten die Sicherheitskräfte nicht bei ihrer Arbeit stören. Das war sicherlich nicht der hilfreichste Tweet."

Londoner U-Bahnanschlag - Festnahme und Hausdurchsuchung
J.-P. Marquardt, ARD London
16.09.2017 18:31 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. September 2017 um 09:50 Uhr.

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