Polizei in London | Bildquelle: REUTERS

Anschlag in London "Bedeutende Festnahme" und Hausdurchsuchung

Stand: 16.09.2017 16:57 Uhr

Die britische Polizei hat im Zusammenhang mit dem Anschlag in London einen 18-jährigen Mann in der Hafenstadt Dover wegen Terrorverdachts festgenommen. Gleichzeitig durchsuchten Beamte ein Haus im Süden der Hauptstadt.

Im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag in der Londoner U-Bahn hat die Polizei ein Wohnhaus in der Nähe der britischen Hauptstadt durchsucht. Das Haus in Sunbury in der südenglischen Grafschaft Surrey sei evakuiert worden und werde derzeit durchsucht, teilte die Polizei mit. Der Ort liegt etwa 40 Autominuten von London entfernt. Zuvor hatte die Polizei in der Hafenstadt Dover einen 18-jährigen Terrorverdächtigen festgenommen. Die britische Innenministerin Amber Rudd bezeichnete die Festnahme als "sehr bedeutend".

Ermittlungen nach Londoner Terroranschlag
tagesschau 17:00 Uhr, 16.09.2017, Hanni Hüsch, ARD London

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Terrorwarnstufe bleibt auf "kritisch"

Der Mann werde nach den Bestimmungen des Anti-Terror-Gesetzes festgehalten und verhört. Nähere Angaben über den Verdächtigen machte der Sprecher nicht. "Obwohl wir zufrieden sind mit dem Fortschritt, gehen die Ermittlungen weiter", erklärte er. Es gelte weiterhin die höchste Terrorwarnstufe.

Das bedeutet, dass ein unmittelbar bevorstehender Anschlag als möglich gilt. Aus dem Grund werden Soldaten zur Bewachung wichtiger Einrichtungen eingesetzt, und die Polizeipräsenz deutlich erhöht. Militärpatrouillen sorgen für zusätzlichen Schutz.

Hanni Hüsch, ARD London, mit Informationen zum Anschlag
tagesthemen 21:45 Uhr, 15.09.2017

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Politiker verurteilen Tat

Londons Bürgermeister Sadiq Khan rief die Londoner auf, ruhig und wachsam zu sein. Die Stadt verurteile die "abscheulichen Personen, die versuchen, uns mit Terror zu verletzen und unsere Lebensart zu zerstören". London werde sich aber durch Terror nicht einschüchtern lassen. Premierministerin Theresa May rief die Bevölkerung zu Vorsicht und Besonnenheit auf.

Bei der Explosion einer selbstgebauten Bombe in einer voll besetzten U-Bahn nahe der oberirdischen Haltestelle Parsons Green waren gestern mindestens 30 Menschen verletzt worden. Die Haltestelle wurde am frühen Samstagmorgen wieder für den Betrieb freigegeben.

Abteilung des IS soll verantwortlich sein

Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" reklamierte den Anschlag für sich. Der Bombenanschlag sei von einer "Abteilung des Islamischen Staats" verübt worden, hieß es in einer am Freitag vom IS-Propagandasprachrohr Amaq im Internet veröffentlichten Erklärung.

Ein brennender weißer Behälter in einem U-Bahn-Waggon | Bildquelle: dpa
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Ein brennender weißer Eimer in der U-Bahn. Er soll die Explosion ausgelöst haben.

Fünf Attentate allein in 2017

Großbritannien wurde damit bereits zum fünften Mal in diesem Jahr Ziel eines Anschlags. Bei vier früheren Anschlägen in London und Manchester in diesem Jahr kamen insgesamt 36 Menschen ums Leben, drei der Attacken gingen auf das Konto von Islamisten. Im März war ein Attentäter auf der Londoner Westminster-Brücke mit einem Auto gezielt in Fußgänger gerast, bevor er einen Polizisten auf dem Gelände des Parlaments niederstach. Fünf Menschen starben. Bei einem Bombenattentat auf die Besucher eines Konzerts in Manchester im Mai starben 22 Menschen. Acht Menschen verloren ihr Leben bei einem Angriff auf das Londoner Ausgehviertel Borough Market und die London-Bridge. Ein Mann kam bei einem Angriff auf Moscheebesucher Ende Juni in London ums Leben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. September 2017 um 09:50 Uhr.

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