Absperrung vor dem Parlament in London | Bildquelle: AFP

Anschlag in London Ermittler zweifeln an IS-Verbindung

Stand: 27.03.2017 20:04 Uhr

Scotland Yard zweifelt an einer Verbindung des Attentäters von London zur IS-Terrormiliz. Es gebe auch keinen Beleg dafür, dass er sich im Gefängnis radikalisiert habe. Eindeutig habe er aber Interesse am Dschihad gehabt. Der IS hatte den Anschlag für sich reklamiert.

Die Londoner Polizei sieht keinen Beweis für eine Verbindung des Attentäters von vergangener Woche mit Dschihadistengruppen. Es sei kein Nachweis für eine Verbindung zum "Islamischen Staat" (IS) oder zu Al Kaida gefunden worden, sagte Scotland Yard. Es gebe auch keinen Beleg dafür, dass sich der mutmaßliche Islamist Khalid Masood im Gefängnis radikalisiert habe. Masood habe aber eindeutig ein "Interesse am Dschihad" gehabt.

Nach Ansicht des stellvertretenden Leiters der britischen Anti-Terror-Behörde, Neil Basu, kopierte Masood offenbar nur andere Angreifer. Seine Methoden seien wenig ausgereift gewesen und hätten in der Vorbereitung weder technisches Wissen noch viel Geld erfordert.

Masood hatte am vergangenen Mittwoch auf der Westminster-Brücke in London mit seinem Auto Fußgänger angefahren und dabei drei Menschen getötet. Anschließend erstach er einen Polizisten vor dem Parlament, bevor er selbst von der Polizei erschossen wurde. Mehr als 50 Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt.

Der IS hatte den Anschlag für sich beansprucht. Die Terrormiliz hatte Masood als einen ihrer "Soldaten" bezeichnet. Es war der erste Anschlag in Großbritannien, den der IS für sich reklamierte.

Scotland Yard sieht keine Verbindung zwischen Khalid Masood und dem IS
U. Schmidt, ARD London
27.03.2017 23:54 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 27. März 2017 um 22:15 Uhr.

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