Unruhen in Kairo (Bildquelle: REUTERS)

Dutzende Tote am "Freitag der Wut" +++ Live-Ticker zu den Ereignissen in Ägypten +++

Stand: 16.08.2013 22:00 Uhr

Dutzende Menschen sind am "Tag der Wut" getötet worden. Inzwischen beruhigt sich die Lage in Kairo jedoch, seit 19 Uhr gilt eine Ausgangssperre. In den nächsten Tagen soll es weitere Proteste geben. Die Entwicklungen in Ägypten im Live-Ticker bei tagesschau.de.

22.00 Uhr: Die Lage in Kairo hat sich nach übereinstimmenden Angaben der Reporter vor Ort beruhigt. Wir schließen für heute diesen Live-Ticker.

21.15 Uhr: Berichte über bürgerkriegsähnliche Zustände im Nord-Sinai. Mit Handfeuerwaffen und Panzerfäusten haben militante Islamisten mehrere öffentliche Gebäude in der Stadt Al-Arisch angegriffen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden bei den Kämpfen fünf Zivilisten und ein Polizist getötet. 18 Menschen wurden verletzt.

20.05 Uhr: Die seit gut einer Stunde geltende Ausgangssperre zeigt Wirkung. In Kairo hat sich die Lage beruhigt, viele Straßen seien inzwischen menschenleer, berichtet ARD-Reporter Volker Schwenk. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen sind am "Tag der Wut" mindestens 80 Menschen getötet worden, die meisten davon in Kairo. Manche Quellen nennen jedoch noch höhere Opferzahlen.

Volker Schwenck, ARD Kairo, zum "Tag der Wut" in Ägypten
tagesschau 20:00 Uhr, 16.08.2013

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19.48: Der Sprecher der Muslimbruderschaft, Gehad Al Haddad, teilt via Twitter mit, dass die Proteste für heute mit einem Abendgebet enden. Allerdings sollen die Demonstrationen von nun an täglich stattfinden, zumindest eine Woche lang.

19.25 Uhr: Die Organisatoren der Massenproteste am Ramses-Platz rufen die Demonstranten offenbar auf, die Kairoer Innenstadt zu verlassen, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Entsprechende Tweets kamen in den letzten Minuten von dem freien Journalisten Sharif Kouddous und von der Al-Dschasira-Reporterin Sherine Tadros.

19.13 Uhr: Al Dschasira berichtet inzwischen von mindestens 80 Toten bei den Kämpfen am Ramses-Platz. Eine Bestätigung für die Zahl gibt es nicht.

Unruhen in Kairo (Bildquelle: AFP)
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Leichen in einer Moschee in Kairo, eingehüllt in weiße Laken

18.24 Uhr: Laut der Nachrichtenagentur Reuters wurden in der Stadt Alexandria bei Zusammenstößen fünf Menschen getötet. 15 Demonstranten sollen verletzt worden sein, schreibt die Agentur unter Berufung auf Rettungskräfte.

18.16 Uhr: Die ägyptischen Behörden ermahnen die Bevölkerung, die Ausgangssperre zu beachten, twittert die BBC-Journalistin Bethany Bell. Diese gelte in weniger als einer Stunde - also 19.00 Uhr deutscher Zeit.

18.11 Uhr: Nach Angaben der Muslimbruderschaft wurden allein auf dem Ramses-Platz in Kairo heute 45 Demonstranten getötet. Mehr als 250 Menschen seien verletzt worden. Offiziell bestätigt wurden diese Angaben nicht. Nach der Räumung der Protestlager in Kairo am Mittwoch hatte die Muslimbruderschaft schnell von mehr als 2000 Toten gesprochen.

Laut staatlichen Angaben 24 Tote Polizisten

18.04 Uhr: Nach offiziellen Angaben wurden in den vergangenen 24 Stunden auch 24 Polizisten getötet - es wurden keine Angaben darüber gemacht, wo genau sie starben. Damit seien seit der Erstürmung der Protestlager in Kairo am Mittwoch 67 Mitglieder der Sicherheitskräfte getötet worden.

17.37 Uhr: Unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet die Nachrichtenagentur Reuters von rund 50 Toten allein in der Kairoer Innenstadt. Auch in anderen Städten des Landes kamen bei den Protesten Menschen ums Leben. So zählte die Polizei in Damietta zum Beispiel fünf Tote. Gesicherte Zahlen gibt es bislang allerdings weder aus Kairo noch aus dem übrigen Ägypten.

17.29 Uhr: Die Hauptverantwortung für die Gewalt in Ägypten liegt nach Ansicht der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton bei der Übergangsregierung. Sie habe die Mitgliedstaaten gebeten, über Reaktionen zu beraten. Kanzlerin Angela Merkel hatte zuvor erklärt lassen, angesichts der jüngsten Entwicklungen werde die Bundesregierung ihre Beziehungen zu Ägypten überprüfen.

17.17 Uhr: Trotz der auch heute wieder vielen Toten: Die Gewalt scheint bislang - anders als am Mittwoch - nicht vollends zu eskalieren. Auch ARD-Reporter Volker Schwenck äußert die vorsichtige Hoffnung, dass der "Freitag der Wut" vielleicht nicht ganz so schlimm werde wie befürchtet. Zu dieser Einschätzung passen auch Tweets, die zum Beispiel auf die vergleichsweise ruhige Lage in der Hafenstadt Alexandria hinweisen.

17.04 Uhr: In der Innenstadt von Kairo habe es wieder "kräftig geknallt", berichtet ARD-Reporter Volker Schwenck. Einen wirklichen Überblick über die Lage habe zur Stunde aber niemand. Zu den vielen ungeklärten Fragen gehört zum Beispiel diese: Warum haben es die Demonstranten überhaupt geschafft, auf den Ramses-Platz vorzudringen - schließlich hatte das Militär doch eigentlich angekündigt, die Zufahrtswege zu blockieren. Inzwischen, so Schwenck, errichteten die Mursi-Anhänger auf dem Ramses-Platz ihrerseits Blockaden.

Volker Schwenck, ARD Kairo, zum "Tag der Wut" in Ägypten
tagesschau 17:00 Uhr, 16.08.2013

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16.54 Uhr: Bei Zusammenstößen in der Stadt Fajum sind einem Krankenhausmitarbeiter zufolge fünf Menschen ums Leben gekommen. Zudem gebe es 70 Verletzte.

16.51 Uhr: Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF schließt vorübergehend seine Produktion und seine Büros in Ägypten. Das Unternehmen ist seit rund 60 Jahren in dem Land und produziert in Sadat City Bauchemikalien.

16.47 Uhr: Ein Tweet der Al-Dschasira-Journalistin Sherine Tadros, der einen Eindruck der Lage in Kairo vermittelt: "Habe in den zurückliegenden Minuten drei Leute gesehen, die Waffen durch die Straßen trugen. Keine Ahnung, wer diese Menschen waren oder auf welcher Seite sie standen..."

16.38 Uhr: Die Tageszeitung "Daily News Egypt" twittert, dass das Gesundheitsministerium die Zahl der Toten bei den schweren Zusammenstößen am Mittwoch auf 638 nach oben korrigiert habe. Die Gewaltexzesse vom Mittwoch waren der Anlass für die heutigen Protestkundgebungen gegen das ägyptische Militär.

16.30 Uhr: Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Verweis auf Augenzeugen, dass in Kairo nach den Protesten 13 Leichen in eine Moschee gebracht worden seien, die Agentur AP schreibt von mindestens 17 Toten im gesamten Land und beruft sich dabei auf Sicherheitskreise.

Dringlichkeitssitzung der EU-Außenminister

16.28 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Francois Hollande schlagen nach Angaben des Präsidialamts in Paris wegen der Gewalt in Ägypten eine Dringlichkeitssitzung der EU-Außenminister vor.

16.12 Uhr: Die Lage in Kairo ist extrem unübersichtlich. Der BBC-Reporter Jeremy Bowen schreibt, in einer Moschee nahe des Ramses-Platzes, wo er sich zurzeit aufhält, gebe es elf Tote. Seinen Schilderungen zufolge verliefen die Demonstrationen zunächst friedlich. Dann sei eine Polizeistation am Rande des Platzes mit Steinen attackiert worden. Mutmaßliche Zivilisten, die auf der Seite des Militärs stünden, seien daraufhin mit Pro-Mursi-Anhängern zusammengestoßen. Danach ist die Lage Bowens zufolge rasch eskaliert, die Polizei habe nicht nur Tränengas, sondern auch Schusswaffen eingesetzt.

15.53 Uhr: Die Opferzahlen gehen - je nach Quelle - weit auseinander. Der TV-Producer Adam Akary twittert unter Verweis auf die Organisatoren der Proteste, dass bei den schweren Zusammenstößen im Umfeld des Ramses-Platzes inzwischen mindestens 25 Menschen getötet worden seien. Das Gesundheitsministerium, so Akary, habe hingegen erst einen Todesfall bestätigt.

Demonstranten versammeln sich auf dem Ramsis-Platz in Kairo. (Bildquelle: REUTERS)
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Auf dem Ramses-Platz sollen sich inzwischen rund 20.000 Menschen befinden.

15.45 Uhr: BBC-Reporter Jeremy Bowen schreibt, er habe nahe des Ramses-Platzes sechs Tote und Dutzende Verletzte gesehen, einige von ihnen schwer. Immer mehr Menschen versuchten, zu dem Platz durchzudringen, Rauchwolken stünden über der Innenstadt. Auch Reuters vermeldet jetzt, dass es in Kairo Tote gebe.

Mehrere Tote in Kairo

15.38 Uhr: "Ich bin jetzt eine halbe Meile vom Ramses-Platz entfernt", bloggt der BBC-Reporter Jeremy Bowen. "Viele Opfer werden hier gerade auf Rädern und Rollern abtransportiert. Ich habe Menschen gesehen, denen man in den Kopf geschossen hat."

15.25: Die Al-Dschasira-Reporterin Rawya Rageh twittert aus Kairo: "Das hier weitet sich inzwischen auf Wohngebiete und kleine Seitenstraßen aus. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal Zivilisten sehen würde, die sich in unseren Straßen gegenseitig mit Waffen jagen würden."

15.19 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich über die Ausschreitungen sehr besorgt. "Gewalt darf in keinem Falle ein Mittel zur Lösung der Probleme sein", sagt sie in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

15.17 Uhr: In der Hafenstadt Damietta seien Sanitätern zufolge acht Demonstranten getötet worden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Heftige Schießereien in Kairos Innenstadt

15.05 Uhr: Die Lage in Kairos Innenstadt spitzt sich zu. Vom Ramses-Platz seien heftige Schießereien zu hören, berichtet ARD-Korrespondent Volker Schwenck. Er hat zudem Protestierer beobachtet, die willkürlich in die Gegend geschossen hätten.

Volker Schwenck, ARD Kairo, zu Lage in Ägypten am "Tag der Wut"
tagesschau 15:00 Uhr, 16.08.2013

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14.50 Uhr: Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge gehen die Sicherheitskräfte nun auch in der Kairoer Innenstadt mit Tränengas gegen die Mursi-Anhänger vor. Die BBC meldet, dass nahe des Ramses-Platzes eine Polizeistation angegriffen worden sei. Verschiedene Zeugen vor Ort berichten von Schüssen, die zu hören seien. Von wem diese stammen und auf wen sie womöglich gerichtet sind, ist allerdings unklar.

14.44 Uhr: Italien wird der EU bei den geplanten Beratungen über die Gewalt in Ägypten einen Stopp der Waffenlieferungen an Kairo vorschlagen. Die Ausfuhr von Rüstungsgütern solle zumindest während des Ausnahmezustands ausgesetzt werden, sagte Vize-Außenministerin Marta Dassu.

Tui und Thomas Cook streichen Reisen nach Ägypten

14.36 Uhr: Die Reisekonzerne TUI, Thomas Cook und Alltours streichen vorerst alle Reisen nach Ägypten, wie die drei Firmen mitteilten. Die Regelung gilt zunächst bis zum 15. September. Zuvor hatte bereits die Bundesregierung von Reisen in das ganze Land abgeraten. Das gelte auch für die bei deutschen Urlaubern beliebten Badeorte am Roten Meer, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.

14.20 Uhr: Landesweit sind inzwischen Zehntausende Menschen dem Protestaufruf der Islamisten gefolgt. Auch dpa berichtet jetzt von vier Toten in der Stadt Ismailija im Norden des Landes. Bei Zusammenstößen in der Provinzstadt Tanta habe es zudem Dutzende Verletzte gegeben. In ägyptischen Medien ist von Toten in Tanta die Rede.

14.16 Uhr: Al Arabija zufolge setzen die Sicherheitskräfte inzwischen auch in Gizeh im Großraum Kairo Tränengas gegen die Demonstranten ein.

14.09 Uhr: Die BBC berichtet unter Verweis auf die Nachrichtenagentur AFP, dass bei einem Angriff auf einen Kontrollpunkt in Kairo ein Polizist getötet worden sei. Im Norden Ägyptens haben Polizisten laut AFP vier Demonstranten umgebracht. Die Agentur beruft sich auf "Sicherheitskreise".

Zusammenstöße in Tanta nördlich von Kairo

13.59 Uhr: Dem arabischen Sender Al Dschasira zufolge gehen die Sicherheitskräfte in der nördlich von Kairo gelegenen Stadt Tanta mit Tränengas gegen die Demonstranten vor.

Überall in Kairo blockiert das Militär entscheidende Zufahrtsstraßen. (Bildquelle: AP)
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Überall in Kairo blockiert das Militär entscheidende Zufahrtsstraßen.

13.53 Uhr: In Kairo sind inzwischen Tausende Anhänger von Ex-Präsident Mursi auf den Straßen und marschieren auf die Innenstadt zu. BBC-Reporter berichten, dass Sicherheitskräfte die Straßen, die zum Ramses-Platz führen, blockieren.

13.45 Uhr: Der Sender Al Arabija berichtet via Twitter, dass bei einem Anschlag in der Stadt Al Arish auf der Sinai-Halbinsel ein ägyptischer Soldat getötet worden sei. Eine offizielle Bestätigung für diese Meldung gibt es bislang nicht.

13.32 Uhr: Die Bundesregierung friert als Konsequenz aus der Gewalteskalation in Ägypten 25 Millionen Euro Fördergelder für das arabische Land ein. Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) stoppte ein entsprechendes Kooperationsprogramm für Klima- und Umweltschutz, für das die Hilfsmittel vorgesehen waren.

Mursi-Anhänger protestieren (Bildquelle: REUTERS)
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Mursi-Anhänger protestieren nach den Freitagsgebeten in der Nähe der Ennour-Moschee in Kairo.

13.20 Uhr: Auf Kairos Straßen versammeln sich nach Agenturberichten die ersten Anhänger des gestürzten Ex-Präsidenten Mursi. Sie protestieren gegen die gewaltsamen Aktionen der Sicherheitskräfte am Mittwoch. Bei den Zusammenstößen waren Hunderte Menschen ums Leben gekommen.

13.00 Uhr: In diesen Minuten enden in Kairo und anderen Städten des Landes die Freitagsgebete. Nun sollen die Protestmärsche beginnen, die die Islamisten für den heutigen "Freitag der Wut" angekündigt haben. In Kairo hat das Militär die wichtigsten Knotenpunkte besetzt.

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