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Korruptionsvorwürfe gegen Nationalkonservativen
Israels Ex-Außenminister Lieberman angeklagt
Zwei Wochen nach seinem Rücktritt hat die israelische Staatsanwaltschaft Anklage gegen den früheren Außenminister Avigdor Lieberman erhoben. Ihm wird Betrug und Vertrauensbruch vorgeworfen. Laut Anklageschrift soll er einen früheren Botschafter bevorzugt haben: Er habe seinen Bekannten 2009 zum Botschafter in Lettland gemacht, nachdem dieser ihn illegal über Details zu Korruptionsermittlungen gegen ihn informiert hatte.
Liebermann war wegen der Vorwürfe Mitte des Monats zurückgetreten, hatte aber seine Unschuld beteuert. Gegen den einflussreichen Politiker wird seit Jahren wegen einer ganzen Reihe von Anschuldigungen ermittelt. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt den 54-Jährigen unter anderem, illegal Geld von Unternehmern erhalten und es mithilfe von Briefkastenfirmen gewaschen zu haben.
Anklage gegen Liebermann schwerer als angenommen
T. Teichmann, ARD Tel Aviv
30.12.2012 11:43 Uhr
Kein Rückzug der Kandidatur
Bei der bevorstehenden Parlamentswahl am 22. Januar will Lieberman ungeachtet der Anklage antreten. Allerdings könnte der Ärger mit der Justiz seine Chancen auf einen Ministerposten in der künftigen Regierung schmälern.
Liebermans ultrakonservative Partei Israel Beitenu tritt bei der Wahl gemeinsam mit der Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu an. Das Bündnis dürfte nach jetzigem Stand stärkste Kraft in der Knesset werden, aber auch einen Koalitionspartner brauchen.
Stand: 30.12.2012 10:47 Uhr
