Libyens Verteidigungsminister zurückgetreten

Wegen Belagerung durch bewaffnete Gruppen

Libyscher Minister zurückgetreten

Im Zuge der Belagerung zweier libyscher Ministerien durch bewaffnete Gruppen ist erstmals ein hohes Regierungsmitglied des Landes von seinem Amt zurückgetreten. Verteidigungsminister Mohammed al Barghati sagte, er sei nicht bereit zu akzeptieren, dass Politik durch die Macht von Waffen beeinflusst werde.

Libyens zurückgetretener Verteidigungsminister Mohammed al-Barghati. (Bildquelle: AFP)
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Aus Protest zurückgetreten: al Barghati.

Die Belagerer des Justiz- und des Außenministeriums kündigten unterdessen an, ihre Aktion fortzusetzen - trotz Zugeständnissen durch das Parlament. Dieses hatte die Hauptforderung der Milizionäre erfüllt und ehemalige Funktionäre des gestürzten Regimes von Muammar al Gaddafi per Gesetz von hohen öffentlichen Ämtern ausgeschlossen.

Davon könnten Abgeordneten zufolge 40 der 200 Parlamentsabgeordneten betroffen sein, möglicherweise auch Ministerpräsident Ali Seidan. Dessen Rücktritt fordern die Kämpfer am vehementesten.

Die schwer bewaffneten Gruppen hatten vor mehr als einer Woche begonnen, Ministerien in der Hauptstadt Tripolis sowie weitere Regierungsgebäude im Land zu umstellen. Die Milizen haben Tripolis seit dem Sieg über Ex-Machthaber Gaddafi 2011 nicht verlassen. Das libysche Kabinett und die Streitkräfte sind nicht stark genug, den Wüstenstaat unter Kontrolle zu bringen.

Stand: 07.05.2013 15:10 Uhr

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