Bewaffnete umstellen libysches Außenministerium

Gaddafi-Gefolgsleute in Libyen sollen gehen

Bewaffnete umstellen Ministerium

Bewaffnete haben in der libyschen Hauptstadt Tripolis das Außenministerium umstellt. Die Agentur AP berichtet zudem, dass weitere Bewaffnete das Innenministerium und einen staatlichen Fernsehsender gestürmt haben.

Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten, dass die Bewaffneten den Beamten den Zutritt zum Außenministeriumsgebäude verwehrten. Sie forderten, sämtliche hochrangige Mitarbeiter und Botschafter aus der Zeit des langjährigen Machthabers Muammar al Gaddafi müssten entlassen werden. Bei der Aktion waren rund 30 Fahrzeuge im Einsatz. Ein AFP-Reporter sprach von Dutzenden bewaffneten Männern. Mehrere Militärfahrzeuge waren mit Flugabwehr-Geschützen bestückt.

Fahrzeuge mit schweren Waffen nahe dem libyschen Außenministerium (Bildquelle: AFP)
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Mit schweren Waffen ausgerüstet stehen diese Fahrzeuge vor dem Außenministerium in Tripolis.

Regierungschef warnt vor Gefahrenlage

Ein Vertreter des Ministeriums sprach von einem "extrem verletzenden" Vorgehen der Protestierenden, selbst wenn ihre Forderungen nach "Säuberung" von Gaddafi-Anhängern legitim seien. Die Arbeit des Ministeriums dürfe indes nicht behindert werden.

Vor dem Außenministerium fordern Bewaffnete die Entlassung von Gaddafi-Getreuen. (Bildquelle: dpa)
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Demonstranten vor dem Außenministerium fordern die Entlassung von Gaddafi-Getreuen.

Ministerpräsident Ali Zidan warnte vor einer gefährlichen Lage. Wenn dies andauere, schade es dem Ansehen Libyens in der Welt. Zidan selbst war im vergangenen Monat von Milizen in seinem Büro umstellt worden, nachdem er gedroht hatte, Hilfe aus dem Ausland zu holen, um gegen die bewaffneten Gruppen vorzugehen.

Der Nationalkongress als höchst exekutive Gewalt berät derzeit über ein Gesetz, mit dem die Gaddafi-Getreuen aus Regierung und Verwaltung entfernt werden sollen. Das würde insbesondere im Außenministerium dazu führen, dass etliche Amtsträger entlassen werden müssen.

Im Zuge der Aufstände in den Nachbarländern Tunesien und Ägypten im Februar 2011 hatte auch eine Revolte gegen Gaddafi eingesetzt. Nach blutigen Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen wurde Gaddafi am 20. Oktober 2011 festgenommen und unter bis heute ungeklärten Umständen getötet. Die derzeitige Führung des Landes schafft es bislang nicht, die zahlreichen Milizen zu entwaffnen.

Stand: 29.04.2013 05:39 Uhr

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