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Feierstimmung in Tripolis am Wahltag

Wahl in Libyen

Feierstimmung trotz Störversuchen

Die meisten Libyer waren am Tag der ersten freien Wahl seit dem Sturz Gaddafis in Feierlaune. Vor vielen Wahllokalen bildeten sich lange Schlangen. Doch auch Attacken von Sympathisanten des alten Regimes und sogenannten Föderalisten blieben nicht aus. Inzwischen sind die Wahllokale geschlossen. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 60 Prozent. Erste Ergebnisse werden in der kommenden Woche erwartet.

Von Peter Steffe, ARD-Hörfunkstudio Kairo, zzt. Tripolis

Während im Westen des Landes der gesamte Wahlablauf bislang weitgehend reibungslos verlief, gab es im Großraum Bengasi im Osten Libyens mehrere Zwischenfälle. Am Vormittag drangen bewaffnete Milizen in Adschdabija in ein Wahllokal ein, verprügelten die Wachleute und nahmen die Wahlurnen mit. In die Luft schießend konnten die Männer unerkannt entkommen. Bürger der Stadt bildeten anschließend eine Menschenkette und versuchten so, das Wahllokal zu schützen.

In anderen Stadtteilen von Adschdabija zündeten Demonstranten sogar mehrere Wahlurnen in Wahllokalen an. Auch im Südosten des Landes konnte nicht gewählt werden, weil die Stimmzettel fehlten. Gegner der ersten demokratischen Wahl in Libyen blockierten ein Flugzeug auf der dortigen Landebahn und verhinderten so den Weitertransport der Wahlunterlagen.

Libyen wählt - Abstimmung läuft ohne Probleme
P. Steffe, ARD Kairo
07.07.2012 21:59 Uhr

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Am Mittag erreichten diese Informationen auch Alexander Graf Lambsdorff. Er ist Chef einer Wahlbeobachtermission der Europäischen Union: "Es gibt natürlich bestimmte Kräfte, die am Erfolg einer Wahl nicht interessiert sind, das sind zum Beispiel Anhänger des alten Regimes, Salafisten und sogenannte Föderalisten, die eine Abspaltung des Ostens wollen. Ihre Stärke und Schlagkraft ist schwer zu bestimmen."

Nach Angaben der libyschen Wahlkommission blieben aufgrund der Vorfälle mehr als 100 Wahllokale geschlossen, vornehmlich im Osten des Landes. In diesen Regionen hatten die Menschen keinerlei Chance, ihre Stimme abzugeben.

McCain dennoch "angetan"

McCain bei Wahl in Libyen
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Der US-Politiker McCain war angetan vom Enthusiasmus der Libyer.

Am frühen Nachmittag gab es in Tripolis unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen ein Treffen zwischen dem aktuellen Ministerpräsidenten der derzeitigen Übergangsregierung, Abderrahim al Kib und dem ehemaligen US-Präsidentschaftskandidaten John McCain. Sie erörterten den Verlauf der Wahl. McCain zeigte sich sehr angetan: "Ich denke, die Abstimmung läuft recht gut. Es gibt zwar einige Gegenden, in denen es kleinere Probleme gibt, aber insgesamt sind wir sehr angetan von der Wahl - besonders von dem Enthusiasmus, mit dem die Libyer ihr Wahlrecht in Anspruch nehmen. Sowohl wir als auch die Libyer wissen, dass dies nur ein erster Schritt ist hin zu einer funktionierenden Demokratie."

Erste freie und demokratische Wahlen nach dem Sturz Gaddafis
tagesthemen 23:10 Uhr, 07.07.2012, Stefan Maier, ARD Tripolis

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Menschen in Tripolis in Feierstimmung

In Tripolis feierten im Laufe des Tages viele Menschen, vor allem der jüngeren Generation, das heutige Wahlereignis. Hupend und Fahnen schwenkend fuhren sie durch die Stadt, vorbei an zahlreichen Kontrollpunkten von Armee und Polizei. Sie sollten die Sicherheit der Wahl gewährleisten. Am Abend schlossen die Wahllokale. Trotz der Zwischenfälle im Osten des Landes wird von einer sehr hohen Wahlbeteiligung ausgegangen.

2,7 der 3,8 Millionen Menschen in Libyen hatten sich im Vorfeld für die Wahl registrieren lassen. Erste Ergebnisse werden in der kommenden Woche erwartet.  

Wahl in Libyen
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Die Freude über die Abstimmung war bei vielen in Bengasi trotz der Übergriffe groß.

Stand: 08.07.2012 01:33 Uhr

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