US-Außenminister John Kerry, sein italienischer Amtskollege Paolo Gentiloni sowie der deutsche Diplomat Martin Kobler während der Konferenz.  | Bildquelle: dpa

Libyen-Konferenz in Rom Internationale Gemeinschaft verspricht Hilfe

Stand: 13.12.2015 19:09 Uhr

Libyen versinkt im Chaos, die Terrormiliz "Islamischer Staat" breitet sich aus. Die internationale Gemeinschaft will daher den Friedensplan für das Land weiter voranbringen und sagt bei einer Konferenz in Rom ihre Unterstützung zu.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Hörfunkstudio Rom

Die in Rom versammelten Außenminister haben den Konfliktparteien Druck gemacht. Tenor: Das ist die letzte Chance für Libyen. In der kommenden Woche sollen die konkurrierenden Parlamente von Tobruk und Tripolis einen Vertrag unterzeichnen, der zur Bildung einer Einheitsregierung führt. Dass diese Vereinbarung in Marokko geschlossen wird, sagt alles über die chaotische Lage im Bürgerkriegsland Libyen, das auch von den Milizen des sogenannten "Islamischen Staates" (IS) terrorisiert wird.

In der Abschlusserklärung des Treffens heißt es: "Wir bekräftigen unsere Entschlossenheit, in Zusammenarbeit mit der Regierung der nationalen Einheit den IS in Libyen zu bekämpfen." Wie dieser Kampf gegen den IS konkret aussieht, ließ Italiens Außenminister Paolo Gentiloni offen: "Diese Bedrohung wird die Internationale Gemeinschaft in den kommenden Monaten angehen, so wie wir das bereits in anderen Ländern tun."

Der UN-Beauftragte für Libyen, Martin Kobler, zeigte sich nach der Konferenz in Rom zuversichtlich, dass die neue Regierung der nationalen Einheit auf einer breiten politischen Basis entsteht. "Das libysche Volk will keine Spaltungen mehr", so Kobler.

Paolo Gentiloni | Bildquelle: REUTERS
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Gentiloni gelang es, die libyschen Abgeordneten mit internationalen Vertretern in Rom zusammenzubringen.

Letztes Drittel ins Boot holen

Etwa zwei Drittel der zersplitterten politischen Landschaft Libyens waren in Rom vertreten, sagt Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Nun müsse man das letzte Drittel noch ins Boot holen. Die Hauptstadt Tripolis wird Sitz der Einheitsregierung sein, deren Bildung innerhalb von 40 Tagen abgeschlossen sein soll.

US-Außenminister John Kerry sprach von einem Sicherheitsplan, der die Einsetzung der Regierung in Tripolis vorbereitet. In welchem Ausmaß sich die internationale Gemeinschaft an der Stabilisierung Libyens beteiligen wird, ließen die Konferenzteilnehmer offen. Italien werde dabei in jedem Fall eine wichtige Rolle spielen, kündigte Gentiloni an.  

Staatengemeinschaft verspricht bei Libyen-Konferenz ihre Hilfe
tagesschau 20:00 Uhr, 13.12.2015, Ellen Trapp, ARD Rom

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Libyen-Konferenz in Rom unterstützt Bildung der Einheitsregierung
Tilmann Kleinjung, ARD-Hörfunkstudio Rom
13.12.2015 19:04 Uhr

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